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Brexit, Italien, Georgien, Zypern

Großbritannien: Alles deutet auf einen "harten Brexit" hin +++ Italien: Bergamo im ewigen Lockdown +++ Georgien: Der Streit zwischen zwei großen Männern lähmt das Land +++ Zypern: Bizarrer Streit um die Geisterstadt Varosha
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Brexit, Italien, Georgien, Mittelmeer

Großbritannien: Alles deutet auf einen "harten Brexit" hin
Mit Jahresende geht die Übergangsfrist nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU zu Ende, und damit scheidet das Land auch aus dem Binnenmarkt aus. Regelungen für die Zukunft gibt es keine, dafür immer lautere gegenseitige Anschuldigungen. Ohne Abkommen droht mit Jahresende ein harter Brexit - mit allen negativen Konsequenzen für Handel, Reisen und die weitere Zusammenarbeit. Der EU-Rechtsexperte Daniel Schade von der Cornell-University analysiert, ob die Gespräche noch zu retten sind und wie die Folgen eines harten Brexit tatsächlich aussehen könnten.

Italien: Bergamo im ewigen Lockdown
Wie in ganz Europa steigen auch in Italien die Corona-Neuinfektionen wieder rasant. Ein weiteres Mal im Spitzenfeld ist auch wieder die Lombardei. Anders als in der ersten Welle ist diesmal die Hauptstadt Mailand am schwersten betroffen. Bergamo, von wo in der ersten Welle Bilder von Leichen, die mit Militärlastern abtransportiert werden mussten, um die Welt gingen, verzeichnet aber nur wenige Neuinfektionen. Das mag daran liegen, dass die Immunität dort schon hoch ist, oder auch daran, dass man in Bergamo nie an die Lockerungen geglaubt hat. "Wir sind freiwillig in einer Art Lockdown geblieben", erzählt der Chefredakteur der lokalen Zeitung. Cornelia Vospernik hat in Bergamo nicht nur ihn getroffen, sondern auch Forscher, die ausgerechnet in der so schwer getroffenen Stadt einem Medikament gegen Covid immer näherkommen.

Georgien: Der Streit zwischen zwei großen Männern lähmt das Land
In zwei Wochen wird in Georgien ein neues Parlament gewählt. Überschattet wird der Wahlkampf von der Corona-Pandemie. Im Frühling waren die Zahlen relativ niedrig, doch in den letzten Wochen scheint die Regierung die Kontrolle zu verlieren. Beeinflusst wird der Wahlkampf aber auch vom jahrelangen Konflikt der beiden einflussreichsten Politiker des Landes, obwohl keiner der zwei selbst kandidiert, weder der langjährige Präsident Michail Saakaschwili, der inzwischen im Exil lebt, noch Bidsina Iwanischwili, die graue Eminenz der Regierungspartei "Georgischer Traum". Dieser Streit überlagert inhaltliche Auseinandersetzungen, berichtet Tatjana Montik.

Zypern: Bizarrer Streit um die Geisterstadt Varosha
Varosha, ein Stadtteil von Famagusta, war bis 1974 der mondänste Ort auf Zypern mit Strandhotels für die High Society. Dann, im Zypern-Krieg, eroberte die türkische Armee den Nordteil Zyperns. Die griechischen Zyprer flüchteten aus Varosha und der mondäne Stadtteil wurde zum militärischen Sperrgebiet erklärt, blieb 46 Jahre lang menschenleer. Anfang Oktober hat die türkische Armee einen Teil Varoshas geöffnet. Das nutzten auch ehemalige Bewohner des Stadtteils um ihre Häuser wiederzusehen - es wurde ein bitteres Wiedersehen, berichtet Thomas Bormann.


Moderation: Markus Müller-Schinwald

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