Illustration mehrerer Quitten.

ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

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Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (1). Gestaltung: Renate Pliem, Sabrina Adlbrecht

Q wie Quitte
Die Quitte ist kein Obst, das man einfach vom Baum pflückt und nascht. Die gelben Früchte sind behaart, verströmen aber bei Vollreife einen einzigartigen Duft.
Die Quitte (Cydonia oblonga) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist eine sehr alte Kulturpflanze. Die Wildform hat ihre ursprüngliche Heimat südlich des Kaspischen Meeres. Schon vor viertausend Jahren begannen die Menschen, wilde Quitten zu domestizieren. In der griechischen Antike galten die "kydonischen Äpfel" als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück.

Quitten wurden nicht nur zu Speisen verkocht, sondern auch als Heilmittel geschätzt. Hippokrates empfahl sie zum Beispiel bei Fieber und Durchfall. Die Römer veredelten die Quitte zu Parfum und aromatisierten damit ihre Süßspeisen. In unseren Breiten tauchte die Quitte im Mittelalter auf. In vielen Kochbüchern dieser Zeit findet man dazu genussvolle Rezepte.

Die Früchte haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt und enthalten viel Pektin. Dadurch eignen sie sich sehr gut zum Gelieren. Sogar der Ausdruck "Marmelade" soll auf die Quitte zurückgehen: Das portugiesische Wort "marmelo" bedeutet so viel wie "Quittenmus". In Spanien ist das Quittenbrot (Dulce de membrillo) eine vorweihnachtliche Spezialität. Doch nicht nur als süße Variante wird die Quitte in der Küche geschätzt: Sie passt gut zu Wild und in Chutneys, in Marokko bereichert sie Schmorgerichte. Aber auch in der Naturkosmetik kommt die Quitte zum Einsatz.

Gestaltung: Renate Pliem

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Seminar mit Michael Pfeifer: Wilde Pflanzen im Visier - die Quitte

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