Rotating Sounds. Peter Kutins ROTOR

musikprotokoll 2020. ROTOR von Peter Kutin.

Mit "TORSO#1" gewann Peter Kutin vergangenes Jahr als erster Einzelkünstler aus Österreich die Goldene Nica beim Prix Ars Electronica im Bereich "Digital Musics and Sound Art". "TORSO", ein Werk aus der Reihe "Rotating Sounds", ist gleichsam kinetische Skulptur wie optoakustisches Instrument, für die beziehungsweise das der Künstler ein eigenes Stück komponiert hat. Ausgangspunkt waren einige ausgediente Lautsprecher, die Kutin auf einem verlassenen Gelände der ÖBB fand. In seiner Gestalt erinnert "TORSO" an einen Klapotetz, wobei sich auf den vier Rotoren vier Lautsprecher drehen.

An den Rotoren angebrachte LED-Leuchten machen die Bewegung des Klanges unmittelbar visuell erfahrbar. "TORSO" beschleunigt, bremst sich ein, beschleunigt erneut. Dabei scheint sich der Klang in den Gehörgang geradezu hineinzubohren, während das flackernde und rotierende Licht, mit seinen Nachbildern, die es im dunklen Raum auf die Netzhaut zaubert, Sogwirkung entfaltet. "ROTOR" schließt an diese Arbeit an. Nach ihrer Premiere beim MUTEK Festival in Montreal 2019 wurde sie konsequent weiterentwickelt und feierte nun beim diesjährigen ORF musikprotokoll im steirischen herbst eine weitere Uraufführung. Durch die Einbindung von Videoprojektionen, die auf die Bewegung des Objektes abgestimmt sind, wird "ROTOR" zum hologrammartigen "sonic body" und eröffnet einen beschleunigten Assoziationskorridor.

Weiters werden wir in diesem Zeit-Ton in Peter Kutins neues Album hineinhören, das dieser Tage bei Ventil Records erscheint.

Gestaltung: Susanna Niedermayr

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