Blick auf den Berg Qasiyun in Damaskus. Am Abhang des Berges ist Ibn Arabi begraben.

AFP/LOUAI BESHARA

Lebenskunst

Ibn el-Arabi, Jüdischer 15. Bezirk, Martinsdom

Von der Weisheit des Herzens in Tagen des Schreckens - Bibelessay zu Weisheit 6,12-16 +++ Ich folge der Religion der Liebe - Gedankliche Reise zum Grab des Philosophen, Mystikers und Sufi Ibn Arabi +++ Zwischen Turnertempel und Storchenschul - Einstmals jüdisches Leben im 15. Bezirk Wiens +++ Ein Gebäude macht Karriere - Zu Besuch im Martinsdom von Eisenstadt

1. Von der Weisheit des Herzens in Tagen des Schreckens - Bibelessay zu Weisheit 6,12-16

Manchmal, gar nicht so selten, beinhaltet jahrtausendealte Literatur Lebenshilfe für die Gegenwart. Am Sonntag, 8. November, steht ein Abschnitt aus dem alttestamentlichen Buch der Weisheit auf der katholischen Leseordnung: Für den Psychotherapeuten, Seelsorger und Bischof der Vorarlberger Diözese Feldkirch Benno Elbs vermag sie, eine Botschaft gerade in diese Tage mitzugeben.


2. Ich folge der Religion der Liebe - Gedankliche Reise zum Grab des Philosophen, Mystikers und Sufi Ibn Arabi

"Mein Herz hat sich für jegliche Form geöffnet / Es ist eine Weide für Gazellen / und ein Kloster für christliche Mönche / und ein Tempel für Götzenbilder / und die Kaaba der Pilgernden / und die Tafeln der Torah / und das Buch des Korans / Ich folge der Religion der Liebe / Welchen Weg die Kamele der Liebe auch einschlagen / das ist meine Religion und mein Glaube." Worte des im 12. und 13. Jahrhundert lebenden muslimischen Mystikers, Philosophen und Sufi Ibn Arabi, die gerade in Tagen religiös verbrämten Terrors zu denken geben. Geboren 1165 in Murcia (Spanien) hat sich Ibn al-Arabi nach vielen Reisen 1223 in Damaskus niedergelassen, wo er 1240 gestorben ist. Bis heute kann man sein Grab in der syrischen Metropole besuchen, mehr noch: Es ist ein Wallfahrtsort. Lise Abid hat es vor Jahren aufgesucht und erinnert sich gern daran. Ein Beitrag auch zum Ö1-Schwerpunkt "Nebenan. Erkundungen in Europas Nachbarschaft: Syrien".


3. Zwischen Turnertempel und Storchenschul - Einstmals jüdisches Leben im 15. Bezirk Wiens

Nächte des Terrors auch vor 82 Jahren, das Gedenken an die Novemberpogrome 1938 führt unter anderem in den 15. Bezirk Wiens. Die jüdischen Vorstadtgemeinden "Fünfhaus" und "Sechshaus" reichen als religiöse Gemeinde bis 1846 zurück, als jüdischer Siedlungsort einige Jahrzehnte weiter. Davon erzählen nicht zuletzt bis heute Straßen- und Gassennamen im 15. Wiener Bezirk "Rudolfsheim-Fünfhaus", westlich des Wiener Stadtzentrums und jenseits des "Gürtels". So waren in der Herklotzgasse 21 soziale Vereine der jüdischen Gemeinde untergebracht. Die Storchenschul, auch Storchentempel genannt, war eine Synagoge in der Storchengasse 21. Sie wurde ursprünglich unter anderem als Schule genutzt und erst 1930 in eine Synagoge umgebaut. Der Turnertempel wiederum war eine Synagoge in der Turnergasse 22, einer Gasse, benannt nach dem Turnverein Sechshaus. Die Arnsteingasse erinnert an den Bankier und Großhändler Nathan Adam Freiherr von Arnstein, gestorben 1838, der mit der stadtbekannten Salonière Fanny von Arnstein verheiratet war. In diesem "Dreieck seiner Kindheit", wie Moshe Hans Jahoda (geb. 1926 in Wien, gest. 2016 Israel) das Grätzl genannt hat, blühte jüdisches Leben, das jäh zerstört und ausradiert wurde: Mit den Pogromen am 9. und 10. November 1938 begann die systematische Vertreibung und Ermordung von Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten. Heute ist Rudolfsheim-Fünfhaus eines der multikulturellsten Viertel Wiens. Eine interkulturelle katholische Schule, das sogenannte Schulzentrum Friesgasse, errichtet auf früheren Grundstücken der jüdischen Familie Arnstein-Pereira-Fries, zeigt sich ihrer Verantwortung bewusst, die evangelisch-methodistische Kirche hat in der Sechshauserstraße ihre Zentrale, mehrere römisch-katholische Kirchen und eine koptisch-orthodoxe Kirche befinden sich auf dem Gebiet. 82 Jahre nach den Novemberpogromen hat sich Maria Harmer auf Spurensuche nach der jüdischen Vergangenheit des 15. Wiener Bezirks begeben und ist im Archiv fündig geworden: Der im Grätzl geborene Moshe Hans Jahoda erzählt.


4. Ein Gebäude macht Karriere - Zu Besuch im Martinsdom von Eisenstadt

Mit der Erhebung von Eisenstadt zur Landeshauptstadt des jüngsten österreichischen Bundeslandes, Burgenland, im Jahr 1925 war bereits klar, dass hier früher oder später auch ein römisch-katholischer Diözesanbischof residieren würde. Zur Kathedrale der neuen Diözese wurde die Pfarrkirche Sankt Martin erhoben, benannt nach dem in der römischen Provinz Pannonia geborenen späteren Soldaten und noch späteren Kriegsdienstverweigerer Martin von Tours. Der einstmalige römische Soldat ließ sich taufen und wurde schließlich als Heiliger verehrt, dessen Gedenktag der 11.11. ist. Ein Gebäude macht Karriere, könnte man sagen. Markus Veinfurter mit einem Beitrag zum Jubiläum "60 Jahre Diözese Eisenstadt".

Service

Buch, Ibn el-Arabi, "Futuhat al Makkiyah", Chalice Verlag

Bibelessay zu Weisheit 6,12-16
Katholische Kirche Burgenland

Sendereihe

Gestaltung

  • Doris Appel

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Henry Purcell
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Bibel AT, Psalm 102, 1
Album: A CAPPELLA MOSAIK: DER WIENER KAMMERCHOR SINGT SEINE LIEBLINGSWERKE
Titel: Hear my prayer, o Lord - Motette für achtstimmigen gemischten Chor a cappella
Chor: Wiener Kammerchor
Leitung: Johannes Prinz
Länge: 02:37 min
Label: Wiener Kammerchor 38001 WKC

Urheber/Urheberin: Gregorianik
Album: INTROITUS - GREGORIANIK IM KIRCHENJAHR
Titel: Intret oratio - 32. Woche im Jahreskreis
Textanfang: Intret oratio mea in conspectu tuo : inolina aurem tuam ad precem meam Domine
Anderssprachiger Textanfang: Mein Gebet dringe ein vor dein Angesicht, neige dein Ohr meinem Bitten zu
Gesamttitel: 34 WOCHEN IM JAHRESKREIS - TEIL II
Chor: Grazer Choralschola
Choreinstudierung: Franz Karl Praßl
Länge: 02:13 min
Label: ORF Radio Österreich 1 CD 058 (4 CD)

Komponist/Komponistin: Joseph Haydn
Album: THE HAYDN MASS EDITION: HARMONIEMESSE, SALVE REGINA
* 6. Et incarnatus est (00:03:47)
Titel: Messe in B-Dur Hob.XXII/14 für Soli, Chor, Orchester und Orgel
Populartitel: Harmoniemesse
Solist/Solistin: Nancy Argenta /Sopran
Solist/Solistin: Pamela Helen Stephen /Mezzosopran
Solist/Solistin: Mark Padmore /Tenor
Solist/Solistin: Stephen Varcoe /Bariton
Chor: Collegium Musicum 90
Orchester: Collegium Musicum 90
Leitung: Richard Hickox
Länge: 03:48 min
Label: Chaconne/Chandos Early Music CHAN 0612

Komponist/Komponistin: Wolfgang Amadeus Mozart
Titel: Sonate für Klavier Nr.7 in C-Dur KV 309
* Andante, un poco adagio - 2.Satz (00:04:46)
Solist/Solistin: Mitsuko Uchida /Klavier
Länge: 04:48 min
Label: Philips 412741 2

Komponist/Komponistin: Nariman Hodjaty
Album: ERFAN - VOM GESANG DER PLANETEN / SUFIGESCHICHTEN AUS PERSIEN
Titel: Der Spiegel bist du
Solist/Solistin: Mandana Alavi Kia /Gesang
Solist/Solistin: Nariman Hodjaty /Taar
Länge: 02:44 min
Label: Music Pool Austria MPA 12152

Komponist/Komponistin: Asim Al-Chalabi
Titel: Takasim Higazkar und Al-munajat
Ausführende: Asim Al-Chalabi
Länge: 01:45 min
Label: GBC Records

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