AKW Zwentendorf mit Blumen

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Punkt eins

Von Zwentendorf und Hainburg in die Zukunft

Die österreichische Ökologiebewegung geht in die nächste Generation. Gäste: Anika Dafert, Umweltaktivistin und Mitgründerin der Fridays For Future Bewegung in Salzburg & Doz. Dr. Bernd Lötsch, Gründer und Senior Scientist der Abteilung Ökologie des NHM Wien, Universitätslehrer und Umweltaktivist & Univ.Doz. Dr. Peter Weish, Naturwissenschaftler und Autor. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79. E-Mails an punkteins(at)orf.at

Von wem geht die Macht aus? Dieser Frage widmete sich Ende Oktober die diesjährige Ausgabe der jährlich stattfindenden "Denkwerkstatt" GLOBART Academy. Eine politische Frage zum Verfassungsjubiläum, die in der heutigen Zeit aber auch eine dringliche ökologische Frage ist; und so fand zum Auftakt einer Diskussionsreihe im AKW Zwentendorf auch eine "neue Pressekonferenz der Tiere" statt.

Die originale Pressekonferenz der Tiere war ein denkwürdiges Medienereignis im Zuge der Proteste gegen die Zerstörung der Donauauen durch ein Kraftwerksprojekt in Hainburg 1984. Mit dabei war auch der Biologe Bernd Lötsch, später Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien und schon seit Ende der 1960er Jahre sowohl Wissenschaftler als auch Umweltaktivist. Diesmal schlüpften neben einigen Akteur*innen von damals auch junge Vertreterinnen und Vertreter der Fridays-for-future-Bewegung wie die Schülerin Anika Dafert in die Tierkostüme.

Der Widerstand gegen die Inbetriebnahme des lange geplanten Kernkraftwerks Zwentendorf 1978 sowie die Besetzung der Hainburger Au einige Jahre später bilden nicht nur die Gründungsgeschichte der österreichischen Ökologiebewegung, sondern setzten damals auch neue Maßstäbe für zivilgesellschaftliches Engagement. Daran erinnert sich unter anderem der Naturwissenschafter und Peter Weish, der heute an der Universität für Bodenkultur lehrt und der die Umweltbewegung wissenschaftlich begleitete - von der Atomenergie bis zur Gentechnik und darüber hinaus.

Ab den 1970er Jahren sind (auch) in Österreich Organisations-, Willensbildungs- und Ausdrucksformen entstanden, die nicht nur erfolgreich politische Entscheidungen erzwangen, sondern auch mit dafür sorgten, dass Umweltgedanken heute im politischen Denken verankert sind. Wobei die Maßnahmen, die heute getroffen werden, vielen jüngeren Menschen nicht weit genug gehen - bleiben doch nur wenige Jahre, um die Klimawende herbeizuführen.

Was ist das lebendige Erbe der 70er und 80er Jahre, was das Engagement für die Umwelt betrifft? Wie radikal kann man an die Vernunft appellieren? Wie kann die Klimabewegung heute wieder Dringlichkeit vermitteln, wenn es darum geht, die Welt auf die Klimawende einzuschwören?

Die Aktivistinnen und Aktivisten von damals und heute diskutieren mit Xaver Forthuber und mit Ihnen. Wenn Sie sich in der Sendung beteiligen möchten: Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

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