Haiti: Die vergessene Geschichte der Sklavenbefreiung

Besuch der haitianischen Festung Citadelle Laferrière, die seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Gestaltung: Cornelius Wüllenkemper

Den Karibikstaat Haiti kennen die meisten heute nur als Ort von Naturkatastrophen, Armut und Elend. Kaum jemand weiß, dass hier vor über 200 Jahren die einzige erfolgreiche Sklavenrevolution der Weltgeschichte stattgefunden hat. Nach der Französischen Revolution erkämpften sich die Sklaven in Frankreichs reichster Kolonie die Freiheit und gründeten einen eigenen Staat. Aus Angst vor der Rache der Franzosen errichtete der haitianische König Henri Christophe damals die Citadelle Laferrière, bis heute die größte militärische Festung des amerikanischen Kontinents. Zugleich ließ er am Fuß der Festung einen prunkvollen Königspalast bauen, der es locker mit den königlichen Bauten in Frankreich oder Preußen aufnehmen konnte. In Haiti begann weit früher als irgendwo auf der Welt die Dekolonisierung, der Freiheitskampf der Schwarzen. Die geschichtliche Heldentat der Haitianer wurde zum Fluch und zum Segen für das heute schwer gebeutelte Land.

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