Vertreter von Behindertenorganisationen, unter ihnen die Grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr, besetzten die Säulenhalle des Parlaments in Wien, 1995.

APA/ROBERT JÄGER

Betrifft: Geschichte

"Arbeit, kein Mitleid"

100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich
Leben und Wirken von Siegfried Braun
mit: Angela Wegscheider, Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Universität Linz
Gestaltung: David Winkler-Ebner

Siegfried Braun war einer der frühesten Akteure der Behindertenbewegung in Österreich und Initiator der 1926 gegründeten "Ersten österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft". Als solcher setzte er sich zeitlebens für beeinträchtigte Menschen in Österreich und anderen europäischen Ländern ein. Hilfe zur Selbsthilfe war der Leitspruch, dem er sich verpflichtet fühlte. Max Siegfried Vítezslav Braun wurde 1893 als Sohn eines jüdischen Gewerbetreibenden in Müglitz (Mohelnice) in Mähren geboren.

Braun, der im Alter von 12 Jahren schwer erkrankte und infolge dessen schwere körperliche Beeinträchtigungen erfuhr, kämpfte für eine bessere rechtliche Stellung von Betroffenen und bot jenen eine Anlaufstelle, die Unterstützung in Fragen von Fürsorge und Lebensgestaltung suchten. Auch in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten den 1930er-Jahre führte Siegfried Braun sein Engagement fort und leistete selbst nach seiner Deportation ins KZ Theresienstadt im Jahr 1943 mit heimlich organisierten Vorträgen und Diskussionen Aufklärungs- und Beratungsarbeit. 1944 wurde Siegfried Braun im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet, bis heute gilt er als Vorreiter der Behindertenbewegung in Österreich.

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