Friedrich Dürrenmatt

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Zum 100.Geburtstag Friedrich Dürrenmatts

Der Dichter und sein Richter. Indizien zu Friedrich Dürrenmatt.
Feature von Uwe Stolzmann
(Übernahme RBB/SWR 2012)

Mord und Missbrauch, Irrsinn und Intrige - in der Prosa und den Stücken Friedrich Dürrenmatts ging es deftig zu. Mit galleschwarzem Humor erschuf der Schweizer ein absurdes, vom Zufall beherrschtes Universum. Dürrenmatts Drang, stets die "schlimmstmögliche Wendung" zu ersinnen, findet sich besonders ausgeprägt in seinen Krimis. Werke wie "Der Richter und sein Henker" (1951) oder "Das Versprechen" (1958) konfrontieren uns mit der dunklen Seite des Menschen, mit dem Bösen. In den Texten schaute der Dichter den Helden gern persönlich auf die Finger, als Randfigur, mal gütiger, mal scharfer Ratgeber und Richter.

Jetzt nehmen wir den Dichter in die Zange. Ja, dies wird ein Verfahren, mit Indizien und Zeugen, Anklage und Verteidigung: Warum brachte er beständig die Apokalypse ins Spiel - aus kommerziellem Kalkül? "Zum Schluss droht immer noch der Untergang der Menschheit" - muss das ein Schweizer sagen? Und: Hatte so ein Schwarzmaler vielleicht selbst dunkle Flecken auf der Biografie?

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