Wann ist es sauber genug?

Vom Putzen früher und heute

Julian findet staubsaugen eigentlich ganz in Ordnung, und Helge spült gerne ab, erzählen die beiden Brüder, als der Radiohund sie und ihre Eltern Sonja und Martin besucht. Gemeinsam sprechen sie über das Putzen heute und früher, als es noch keinen Staubsauger, sondern nur den Besen gegeben hat. Früher waren die Zweibeiner auch noch nicht so pingelig, wissen Sonja und Martin: Menschen putzten ihr Haus, um es schön zu machen. Seit gut einhundert Jahren will man vor allem eines: eine saubere, hygienische und somit gesunde Umgebung.


Sonja Stummerer: "Früher ging es beim Putzen nicht um Hygiene, sondern darum, etwas schön zu machen. Man hat zum Beispiel Sand auf den Boden geworfen und dann gefegt, oder Blüten auf den Boden gestreut. Man hat überhaupt weniger mit Wasser geputzt. Das lag aber auch an der Bauweise. So ein Lehmboden wäre beim Aufwischen ja nur gatschig geworden."

Martin Hablesreiter: "Vor rund 150 Jahren hat man entdeckt, dass Sauberkeit auch gut für die Gesundheit ist, weil man dann weniger Krankheitserreger in der Wohnung hat. Aber wir wiederum verwenden zu viele Putzmittel. Das ist auch schlecht für den Körper und für die Umwelt."


Gestaltung: Johanna Steiner

Service

Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter haben ein Buch über das Putzen geschrieben. "Putzen. Eine Kulturtechnik" ist 2020 im Böhlau Verlag erschienen.

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