Patrice Lumumba

APA/AFP

Lumumba lebt!

Lumumba lebt!
Mythos und Realität eines afrikanischen Freiheitshelden
Von Alexander Behr

Vor 60 Jahren starb Patrice Lumumba. Nur ein knappes Jahr zuvor - nach fast 80 Jahren brutaler Kolonialherrschaft - war er zum ersten Premierminister des Kongo gewählt worden. Bis heute gilt Lumumba als einer der wichtigsten Freiheitshelden der Dekolonisierungsära der 1960er Jahre. Doch bekannt gemacht hat ihn weniger seine Politik als sein Tod. Schwer gefoltert, von einem Tötungskommando mit Salven aus Maschinenpistolen hingerichtet, später ausgegraben, in Stücke gehackt und in Schwefelsäure aufgelöst.

Keiner der Drahtzieher, keiner der Geheimdienste, keiner der beteiligten Staaten, keiner der Mörder kam je vor Gericht. Nach dem kurzen Aufbruch in Unabhängigkeit, Frieden und Prosperität folgten Jahre des Krieges und viele Jahrzehnte der Diktatur - toleriert und unterstützt vom Westen. Für Befreiungsbewegungen rund um den Globus wurde Lumumba zum Mythos. Seine Ermordung gilt bis heute als Symbol neokolonialer Unterdrückung, sein Erbe als Versprechen für zukünftige Emanzipationsbestrebungen.

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