Der Vizerektor der MedUni Wien - Oswald Wagner, der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, Bundeskanzler Sebastian Kurz , der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Gesundheitsminster Rudolf Anschober

APA/GEORG HOCHMUTH

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Die neue kommunikative Demut der Regierung

Nach fast einem Jahr Corona-Pandemie hat die schwarz-grüne Bundesregierung viel Vertrauen verspielt. Immer wieder Versprechen, die nicht gehalten wurden, Drohungen, die nicht eingetroffen sind, Versäumnisse, die man nicht eingestehen wollte. Und das geht weiter. Ein völlig verpatzter Impf-Start, der eigentlich der Game-Changer werden sollte, eine verschlafene Impf-Kampagne, wachsender Druck von der Straße - und zunehmend Spannungen zwischen der Kanzlerpartei ÖVP und den Grünen. Kommunikationsstrategisch versucht die Regierung zu retten, was schwer zu retten ist.
Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher

Schluss mit den Spielchen

Selbstbewusste Videokonferenzen mit Israels Benjamin Netanjahu und Neuseelands Jacinda Ardern - sogenannte "First Mover" im Kampf gegen die Pandemie - das war einmal. Sebastian Kurz ist auch mit Schuldzuweisungen ans Ausland vorsichtiger, und das nicht erst seit es einen eigenen Tiroler Sub-Typ der in Südafrika entdeckten Virusmutation gibt. Es ist eng geworden für die Marketing-Politik, jetzt ist Schulterschluss angesagt. Nicht mehr nur die schwarzen, auch die roten Landeshauptleute sind jetzt mit an Bord, SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner ist auch eingebunden und muss sich schon fragen lassen, ob sie denn "Schatten-Gesundheitsministerin" sei. #doublecheck beleuchtet und bewertet die neue kommunikative Demut, die das unberechenbare Virus erzwungen hat.

Eine Kampagne auf Nadeln

Wir haben eine Kampagne zur Steigerung der Impf-Bereitschaft, obwohl von Behördenseite zu langsam geimpft wird und noch viel zu wenig Impfstoff da ist. Die Kampagne wurde eilig aus dem Boden gestampft, obwohl sich die Regierung monatelang darauf vorbereiten hätte können. Und auf der anderen Seite stehen Impf-Gegner und Verschwörungstheoretiker, die der großen Zahl der Unsicheren in der Bevölkerung zusetzen. Kritische Stimmen mahnen einfache Botschaften ein, die überzeugen. Statt Experten, die zu überreden versuchen. #doublecheck hat sich angesehen, wer die Kampagne macht, was noch dahintersteckt und wer dabei lieber nicht mitmacht.

Medienleute als Blitzableiter

Wenn Journalisten, die von Demonstrationen von Corona-Skeptikern und Gegnern der Regierungsmaßnahmen berichten, ihren Presseausweis verstecken müssen, dann ist eines klar: Die Anfeindungen gegen Medienleute haben eine neue Qualität erreicht. Das trifft freie Journalistinnen und Journalisten ebenso wie ORF-Mitarbeiter, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat immer schon als Blitzableiter für Kritik am Establishment herhalten müssen, jetzt kommen konkrete Drohungen dazu. Journalisten-Organisationen warnen vor dieser für die Demokratie gefährlichen Entwicklung. #doublecheck hat mit Kollegen und Kolleginnen über ihre Erfahrungen auf der Straße gesprochen.

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