Land

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Punkt eins

Stadt, Land, Verdruss

7 Länder im Vergleich: Wie steht es um Lebensqualität und Chancengleichheit von Stadtmenschen und Landmenschen?
Gäste: Tatjana Boczy, Sozialwissenschaftlerin und Michael Friesenecker, Sozialwissenschaftler, beide: Team "COHSMO" Institut für Soziologie der Universität Wien.
Moderation: Elisabeth Scharang.
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Haben Menschen auf dem Land dieselben Chancen wie StädterInnen? Mit dieser Fragestellung ist ein Team des Instituts für Soziologie der Universität Wien für das Forschungsprojekt "COHSMO" losgezogen. Mit sechs Partnerinstitutionen in Italien, Dänemark, Großbritannien, Polen, Litauen und Griechenland soll untersucht werden, inwieweit sich die Lebensqualität und der Ressourcenzugang vom Land hin über den suburbanen Raum zur Stadt unterscheidet - und was das Ergebnis für den sozialen Zusammenhalt bedeutet.

"Die Frage der Chancengleichheit haben wir über drei Felder definiert: wie sieht die Arbeitsmarktpolitik einer Region aus? Wie steht es um die Ausbildungssituation und wie gut ist die Kindergartenbetreuung ausgebaut?" erklärt Tatjana Boczny vom Institut für Soziologie der Universität Wien den Forschungsansatz des Teams. In die österreichische Stichprobe der Lebensräume schafften es die Stadt Wien, zehn Gemeinden der Kleinregion Ebreichsdorf (NÖ) mit ca. 36.000 EinwohnerInnen und 14 Gemeinden der Kleinregion Waldviertler Kernland mit knapp 14.000 EinwohnerInnen. "Diese drei Lebensräume unterscheiden sich sehr, sowohl anhand der EinwohnerInnenzahl, des Wirtschaftswachstums oder anhand des kulturellen Angebots", erklärt der Sozialwissenschaftler Michael Friesenecker. "Während der suburbane Raum von PendlerInnen geprägt ist, wird der hier ausgewählte rurale Raum oft von Bevölkerungsabwanderung dominiert und ist wirtschaftlich eher schlechter gestellt. Gleichzeitig herrscht im urbanen und suburbanen Raum meist ein Bevölkerungszuwachs."

Durch die Corona-Krise hat sich allerdings einiges verschoben. So liest man neuerdings von einer regelrechten Stadtflucht, seit der eigene Garten in Zeiten der Quarantäne um ein Vielfaches in der Beliebtheit gestiegen ist. "Salzburg stand in Bezug auf das Stadt-Land-Gefälle in Österreich am besten da; das hatte vor allem mit dem Tourismus zu tun, der sowohl in den ländlichen Regionen als auch in der Stadt für gute Infrastruktur und Arbeitsplätze gesorgt hat. Allerdings ist die Region jetzt und genau wegen des starken Rückgangs im Tourismus sehr angeschlagen", stellt Michael Friesenecker in den Raum.

"Unser Projekt zielt darauf ab, die komplexen Wechselwirkungen von sozialpolitischen Maßnahmen, Verstädterung, zunehmenden sozialräumlichen Ungleichheiten und territorialem Zusammenhalt zu untersuchen und politische Empfehlungen in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum, räumliche Gerechtigkeit und demokratische Kapazitäten zu geben. Das Projekt hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, ein raumbasiertes europäisches Sozialmodell zu entwickeln", ergänzt Tatjana Boczy.

Wie gut ist die Infrastruktur in Ihrer Gemeinde ausgebaut? Ist Ihr Internet schnell genug für Homeoffice? Gibt es ein Kaffeehaus, ein Gasthaus, ein Theater in Ihrer Nähe? Wohnen Sie in einer suburbanen "Schlafstätte mit Garten"? Gibt es aus Ihrer Sicht eine Chancenungleichheit für Menschen, die auf dem Land wohnen? Oder sehen Sie sich als Stadtmensch benachteiligt gegenüber den Möglichkeiten eines Landlebens?

Diskutieren Sie mit Elisabeth Scharang und ihren Gästen live in der Sendung am Telefon unter 0800 22 69 79 oder schicken Sie Ihren Kommentar, Ihre Fragen und Gedanken per E-Mail an punkteins(at)orf.at

Sendereihe

Playlist

Untertitel: Hubert von Goisern
Titel: Wann I Durchgeh Durch`s Tal
Ausführende: Hubert von Goisern
Länge: 02:41 min
Label: Lawine

Untertitel: Hans-Peter Falkner, Markus Binder
Titel: Z17
Ausführende: Attwenger
Länge: 02:47 min
Label: Trikont

Untertitel: Komponisten: Wolfgang Ambros, Hugo Khittl
Titel: Espresso
Ausführende: Ernst Molden & Der Nino aus Wien
Länge: 04:39 min
Label: monkey

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