Ausschnitt des Buchumschlags, "Mein Mann" von Rumena Bužarovska

SUHRKAMP VERLAG

Radiogeschichten

Die Rolle der Frau

"Suppe" von Rumena Bužarovska. Aus dem Mazedonischen von Benjamin Langer

Bei Rumena Bužarovska haben die Frau ihre Rollen eingenommen: Geliebte, Mutter, Ehefrau, manchmal auch Witwe. Regie führen die Männer, ihre Männer. Zynismus ist das Mittel der Wahl, um die patriarchalen Strukturen vorzuführen, in denen Vorstellungen mit "die Frau von" beginnen. Es sind schwarze Ums-Eck-Betrachtungen festgefahrener Muster. Die Leserinnen und Leser sehen nur die Schatten an der Wand, die Reaktionen der Frauen auf ihre Gesellschaft, der die nordmazedonische Schriftstellerin in Interviews einen Backlash ins Traditionelle attestiert.

In "Suppe" ist es der immer wieder neu gekochte Topf titelgebender Hühnersuppe, um den die Positionen eingenommen werden. Die Geschichte ist neben zehn weiteren soeben im Band "Mein Mann" bei Suhrkamp erschienen. Seit das Buch 2014 in Bužarovskas Heimat herauskam, ist es dort ein Bestseller. Auch in den meisten anderen exjugoslawischen Staaten fand es ein breites Publikum, im deutschsprachigen Raum war die Autorin bisher unübersetzt und unbekannt.

Rumena Bužarovska lässt ihre Protagonistinnen in "Mein Mann" wütend, knapp, körperlich nahe - sie nennt ihr Schreiben hyperrealistisch - auf die aufgeblasenen, rohen Gatten und sich selbst blicken. Bužarovska ist sehr wohl der Ansicht, dass Veränderung möglich ist - angestoßen durch solche Geschichten, die das selbsterhaltende System abbilden, aber auch durch die öffentliche Kritik an patriarchalen Strukturen und korrupter Politik, die die Schriftstellerin in ihrer Heimat Nordmazedonien übt.

Gestaltung: Antonia Löffler

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Rumena Bužarovska: "Suppe". In "Mein Mann". Aus dem Mazedonischen von Benjamin Langer. Suhrkamp 2021.

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  • Antonia Löffler

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