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APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE

Praxis - Religion und Gesellschaft

Femizide - Bittere Frucht des Patriarchats

Katholische Frauenbewegung - Mehr Prävention gegen Femizide +++ Islamkritikerin Hirsi Ali - Muslimische Einwanderung als Gefahr für Frauenrechte +++ Megafon für eine Minderheit - Der erste Roma-Jugendverein Österreichs

1. Katholische Frauenbewegung - Mehr Prävention gegen Femizide

Elf Frauen sind in diesem Jahr in Österreich ermordet worden - wie heute bekannt wurde, sind es mittlerweile vielleicht sogar schon 12. Alle von ihren eigenen Partnern oder Ex-Partnern. Die Betroffenheit in vielen Bereichen der Öffentlichkeit war und ist groß, vom Bundespräsidenten über Politikerinnen, Vertretern aus Kunst und Kultur bis zu Frauenschutzorganisationen, die konkrete Maßnahmen und mehr finanzielle Mittel fordern. Wortmeldungen aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften waren dagegen rar, wenngleich Papst Franziskus am 9. Mai auf dem Petersplatz in seiner Botschaft zum Muttertag besonders die Gewalt an Frauen hervorgehoben und scharf verurteilt hat.
In Österreich hat sich die Katholische Frauenbewegung (KFB) zu Wort gemeldet und mehr Präventionsarbeit gefordert. Ein Punkt, bei dem sich Politik, Frauenschutzeinrichtungen und Männerberatung einig sind. Prävention beginne mit der Gleichstellung und an dieser mangle es noch in vielen Bereichen - auch im Bereich der Religion. Judith Fürst hat mit der Vorsitzenden der KFB, Angelika Ritter-Grepl, dem Männerforscher und -berater Erich Lehner und der Professorin für Religionspädagogik Andrea Lehner-Hartmann gesprochen, die sich in ihrer Forschung intensiv mit Gewaltproblematiken auseinandersetzt - über die Femizide in Österreich und wie weitere verhindert werden können.


2. Islamkritikerin Hirsi Ali - Muslimische Einwanderung als Gefahr für Frauenrechte

Ist Gewalt gegen Frauen ein "hausgemachtes", typisch österreichisches Problem? Oder ein "importiertes", weil vor allem Zuwanderer aus muslimisch geprägten Ländern patriarchale Strukturen ihrer Herkunftskulturen mitbringen würden? Diese Diskussion flammt immer wieder auf und eine eindeutige Antwort fällt schwer.
Die Frauenrechtlerin und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali vertritt die zweite These. Sie wurde 1969 in Somalia geboren, ist als junge Frau vor einer Zwangsverheiratung in die Niederlande geflohen und saß dort drei Jahre lang als Abgeordnete im Parlament. Inzwischen lebt und lehrt die Politikwissenschaftlerin in den Vereinigten Staaten von Amerika. In ihrem neuen Buch "Beute" geht die Bestsellerautorin der Frage nach, "warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht". Der gleichlautende Untertitel ihres Buches hat kein Fragezeichen. Für die Autorin steht fest: Aufgrund der Zuwanderung von überwiegend unqualifizierten jungen Männern aus islamisch geprägten Ländern würden, so ihre These, die Freiräume von Frauen und Mädchen in Europa immer weiter eingeschränkt. Ayaan Hirsi Ali stellt zwar auch klar, dass sie nicht alle Männer über einen Kamm scheren will. Dennoch halten Kritikerinnen und Kritiker ihr vor, sie würde zu wenig differenzieren. Rebecca Hillauer hat sich in Deutschland umgehört und mit Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen gesprochen.


3. Megafon für eine Minderheit - Der erste Roma-Jugendverein Österreichs

Mit etwa 14 Millionen Angehörigen sind die Roma und Romnja, Sinti und Sintizze die größte ethnische Minderheit Europas. Ihre Geschichte ist geprägt von jahrhundertelanger Diskriminierung und Verfolgung. Während des Zweiten Weltkrieges wurden 90 Prozent der in Österreich lebenden Mitglieder der Volksgruppe von den Nationalsozialisten ermordet.
Nun wächst eine neue, junge und engagierte Generation heran. Unter diesen Jugendlichen sind immer mehr, die studieren, beziehungsweise ihr Studium bereits abgeschlossen und sich als Mitglieder ihrer Volksgruppe geoutet haben.
Am 8. April dieses Jahres, dem 50. Jahrestag des "Internationalen Tages der Roma", wurde die HÖR - die "Hochschüler/innenschaft Österreichischer Roma und Romnja" - ins Leben gerufen. Der Verein hat das Ziel, den jungen Studenten und Akademikerinnen dieser Volksgruppe eine Stimme zu geben und mit jugendlichem Elan gegen Rassismus und Diskriminierung aufzutreten.
Anlässlich der "Ö1-Themenwoche Jugend" hat Maria Harmer mit Vertreterinnen des Vorstands und dem Vizepräsidenten der neuen Roma-Studierendengruppe gesprochen.

Service

Ayaan Hirsi Ali, "Beute: Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht", C. Bertelsmann Verlag
Naïla Chikhi (Hg.), Rebecca Schönenbach (Hg.), "Ich will frei sein, nicht mutig: FrauenStimmen gegen Gewalt". Verlag Alibri

Katholische Frauenbewegung Österreichs
Erich Lehner
Universität Wien: Andrea Lehner-Hartmann
Zwischenruf 9.5.2021: Monika Slouk über Gewalt gegen Frauen
Katholische Frauen: Geschlechterrollen aufbrechen
Wikipedia: Ayaan Hirsi Ali
Ayaan Hirsi Ali
Frauen für Freiheit
Naila Chikhi
HÖR - Hochschüler/innenschaft Österreichischer Roma und Romnja
„HÖR“ | Erster Jugend Verein der Roma und Romnja in Österreich

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