Flüchtlinge in einem Boot auf hoher See

AP/BRUNO THEVENIN

Praxis - Religion und Gesellschaft

Kirchliche Seenotrettung

St. Pölten: Konflikt um Bischof Schwarz +++ Gran Canaria: Flucht ins Ferienparadies +++ Jakob Frühmann - Matrose auf der Sea-Watch

1. St. Pölten: Konflikt um Bischof Schwarz

Nach den Querelen in Kärnten ist Bischof Alois Schwarz vor drei Jahren nach St. Pölten versetzt worden. Doch auch hier gärt es nun gewaltig: Intransparente Umstrukturierungsprozesse, externe Beraterfirmen ohne innerkirchliches Vorwissen und Kündigungen von langjährigen Mitarbeitern sorgen in der Diözese für Unmut unter den kirchlich Engagierten. Ein Klima der Unsicherheit und Angst mache sich in der Diözese breit, stellt die St. Pöltner Pastoralrätin Angela Lahmer-Hackl fest. Manche melden sich nun gar nicht mehr zu Wort, andere umso vehementer, etwa der niederösterreichische Pfarrer Udo Fischer, der diese Handlungsweise als Machtdemonstration des Bischofs deutet. Vom katholischen Kirchenrecht sei all das gedeckt, stellt der Pastoraltheologe Paul Zulehner fest, doch ein Ziel des derzeit von Papst Franziskus angestoßenen synodalen Prozesses sei es, solches Vorgehen in Zukunft zu verhindern. "In der Zwischenzeit bis dahin ist es moralisch unzulässig, so mit den Kirchenmitgliedern umzugehen", so Zulehner. Maresi Engelmayer hat sich in der Diözese St. Pölten umgehört.


2. Gran Canaria: Flucht ins Ferienparadies

Am 20. Juni wird jedes Jahr der Weltflüchtlingstag begangen, "Praxis" nimmt dies zum Anlass, einen genaueren Blick auf das Schicksal von flüchtenden und vertriebenen Menschen zu werfen. Im Jahr 2020 waren weltweit 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht, die meisten davon wurden innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Doch manche wagen auch den gefährlichen Weg übers Mittelmeer oder den Atlantischen Ozean und landen zum Beispiel auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria. Im Vorjahr waren das 24.000 Migrantinnen und Migranten aus Westafrika, die von der kanarischen Seenotrettung aus dem Atlantik geborgen worden sind. Das hat in der Urlauberhochburg zu großen Konflikten geführt, besonders während der Corona-Pandemie, in der zehntausende Einheimische ihre Arbeit verloren haben und die leeren Touristenhotels zeitweise als Flüchtlingsunterkünfte dienten. Es gab Proteste und gewalttätige Auseinandersetzungen, aber auch viel Hilfsbereitschaft. Sven Weniger und Michael Marek haben mit den Menschen auf Gran Canaria gesprochen.


3. Jakob Frühmann - Matrose auf der Sea-Watch

Der junge katholische Theologe Jakob Frühmann kennt das Leben an Bord eines Rettungsschiffes. Er war bisher auf zwei Missionen der Seenotrettungs-Organisation Sea-Watch im Mittelmeer unterwegs, um Menschen aus seeuntauglichen Booten an Land zu bringen. Im vergangenen Sommer hat Susanne Krischke für "Praxis" und "Religion aktuell" unzählige Male mit ihm gemailt, immer wieder telefoniert und Jakob Frühmanns Einsatz als Mitglied einer 22-köpfigen Crew an Bord der Sea-Watch 4 begleitet. Anfang dieses Jahres hat Frühmann - diesmal auf der Sea-Watch 3 - wieder als Matrose angeheuert. Susanne Krischke hat ihn in seinem Elternhaus im Burgenland getroffen und mit ihm über die Beweggründe für sein Engagement, über seinen Glauben und sein politisches Handeln und das Mittelmeer als "locus theologicus" gesprochen.

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