Ezra Pound, 1965

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Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Auserlesen: Auf den Spuren von Ezra Pound

Auserlesen
Österreichische Autor/innen stöberten im Ö1-Archiv und präsentieren ihre
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Im Reich der Stimmen
Auf den Spuren Ezra Pounds in Südtirol
Von Katja Gasser

1943 wird Ezra Pound von einem amerikanischen Gericht wegen Hochverrates angeklagt. Der Dichter hatte im italienischen Rundfunk gegen die bewaffnete Intervention der Vereinigten Staaten von Nordamerika gegen Italien und Deutschland polemisiert. 1958 wird die Anklage fallen gelassen: Pound kann das St. Elisabeths Hospital for the Criminally Insane in Washington nach fast 13 Jahren verlassen und reist gemeinsam mit seiner Frau Dorothy und der Sekretärin nach Südtirol: in der Nähe von Meran, im Dorf Tirol, ist seit 1948 seine Tochter Mary de Rachewiltz, die bei Zieheltern in Gais im Pustertal aufwuchs,
Schlossherrin auf der Brunnenburg: Die Familie war auf einen Halbgott vorbereitet worden und als solcher kam er auch, schreibt Mary de Rachewiltz in ihrem Buch Diskretionen: Erinnerungen der Tochter Ezra Pounds.

Auf der Brunnenburg arbeitet der umstrittene Lyriker, den viele für den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts halten, an seinen berühmten "Cantos" weiter, fast ein Jahr verbringt er schließlich im Sanatorium Martinsbrunn in Meran -Gratsch, wohin er wegen einer psychischen Krise gebracht wird. Heute führt zur Brunnenburg ein "Ezra - Pound -Weg", in der Brunnenburg selbst befindet sich eine Ezra - Pound - Gedächtnisstätte, bewohnt wird sie nach wie vor von der Tochter Ezra Pounds, ihrem Sohn Siegfried und dessen Familie. Ein Besuch. Eine Erkundung.

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  • Katja Gasser

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