Haus von Auden

CARMEN OSOWSKI

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Der Dichter W.H. Auden in Kirchstetten

Auserlesen - Österreichische Autor/innen stöberten im Ö1-Archiv und präsentieren ihre Lieblingssendungen. Favoriten von Clemens Setz: Pfingstsonntag in Kirchstetten. Wie W. H. Auden, einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts, zum Kirchstettner wurde. Feature von Alfred Koch

Auf Fotos sieht W. H.Auden aus wie der ältere Bruder Walter Matthaus: zerknittertes Gesicht, zerzauste Kleidung, Zigarette im Mundwinkel. Der englische Dichter war 1958 mit seinem Lebensgefährten ins niederösterreichische Kirchstetten gezogen, wo er ein umgebautes Bauernhaus gekauft hatte. Noch heute erinnert man sich dort an den schrulligen Bohèmien, der - als Anglikaner - in übergroßen Filzpantoffeln bei der Fronleichnamsprozession mitmarschierte.

Während Auden in der englischsprachigen Welt noch immer als einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts gilt, ist er in Österreich längst in Vergessenheit geraten. Und selbst in Kirchstetten, wo Auden begraben liegt, wusste man mit dem mysteriösen Zugereisten lange nicht viel anzufangen. Was wollte Auden in Kirchstetten? War es tatsächlich der österreichische Wein, der ihn ins niederösterreichische Voralpenland lockte?

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