Selbstporträtreihe des Künstlers Wols

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"Sehen heißt, die Augen schließen."

"Sehen heißt, die Augen schließen." - Zum 70. Todestag des Zeichners und Malers Wols. Von Nikolaus Halmer

Wols verstand sein künstlerisches Werk als radikale Abwendung von der Realität, "als Wirklichkeitszertrümmerung", und vertiefte sich in seinen visionären Welt-Innenraum. Den als Alfred Otto Wolfgang Schulze in Berlin geborenen Künstler faszinierten die Phantasmen des Unbewussten, die er in ein vielfältiges Werk aus Gemälden und Graphiken umsetzte. Sie sind als offene Kunstwerke zu verstehen, die sich jeglicher Deutung entziehen.

In den Gemälden und Zeichnungen dominiert ein Konglomerat von Spinngeweben, Gräsern, Algenwälder, Ungeheuern, Mollusken, Schimmel und Schuppenflechten. Verstärkt wurde die Destruktion der Realität durch den exzessiven Alkoholkonsum von Wols. Er war davon überzeugt, dass nur durch die Selbstzerstörung sämtliche Kodierungen der gesellschaftlichen Institutionen, die das Individuum prägten, aufgelöst werden könnten. Erst danach wäre ein kreatives, künstlerisches Schaffen möglich.

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