Eine Landmine.

AFP/ ODD ANDERSEN

Radiogeschichten

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"Tagebuch der Übersiedlung" von Dzevad Karahasan. In einer Neuübersetzung von Katharina Wolf-Grießhaber. Es liest Helmut Berger.

Eine Mutter weint, weil ihre Kinder gesund und bei ihr sind. Neidvoll blicken Leute in einer Warteschlange auf einen Mann, der still an eine Wand gelehnt einen gewaltlosen Tod stirbt. Ein Granatsplitter hat nicht den Autor und seine Frau, aber deren Bücher getroffen. In seinem erweiterten und neuübersetzten Werk "Tagebuch der Übersiedlung" schildert der bosnische Schriftsteller Dzevad Karahasan die Belagerung Sarajevos, die von 1992 bis 1996 dauerte, deren Bewohner von Strom, Wasser und Nahrungsmitteln abschnitt und tausende Menschen das Leben kostete.

In Essays und Kurzberichten gibt der preisgekrönte Erzähler Dzevad Karahasan Einblicke in die gewaltvolle Zerrüttung und Zerstörung der über Jahrhunderte funktionierenden Stadt mit vier monotheistischen Religionen - gelebtes Symbol friedvoller Multikulturalität. Und er erzählt auch, was davon ins Sarajevo von Heute gerettet werden konnte.

Gestaltung: Ilse Amenitsch

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"Tagebuch der Übersiedlung" von Dzevad Karahasan. Suhrkamp Verlag 2021.

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