Opernabend

Live aus der Wiener Staatsoper - Gioachino Rossini: "Il barbiere di Siviglia"

Mit Juan Diego Flórez (Graf Almaviva), Paolo Bordogna (Bartolo), Vasilisa Berzhanskaya (Rosina), Ildar Abdrazakov (Don Basilio), Étienne Dupuis (Figaro) u.a.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Michele Mariotti
(Live-Übertragung der ersten Opern-Premiere der Saison 2021-2022 aus der Wiener Staatsoper in 5.1 Surround Sound). Präsentation: Michael Blees

Im Dezember 1815 hatte Rossini den Auftrag des römischen Teatro Argentina angenommen, für die Karnevalszeit 1816 eine neue Oper zu schreiben. Da nicht viel Zeit zur Verfügung stand, entschloss man sich in aller Eile zur Neubearbeitung eines älteren Werks und kam so auf Pierre Augustin Caron de Beaumarchais' zugkräftiges, allerdings schon mehrfach zuvor vertontes Lustspiel "Der Barbier von Sevilla".

Berühmt war zu jener Zeit vor allem die 1782 in St. Petersburg und danach in ganz Europa gespielte Opernfassung des "Barbiers" von Giovanni Paisiello. Rossini soll sich sogar schriftlich an den älteren Komponisten gewandt haben mit der Frage, ob dieser nichts gegen eine Neuvertonung des Sujets einzuwenden habe, worauf Paisiello - offenbar der Überlegenheit seiner Oper sicher - seine Zustimmung gab. Um aber dennoch nicht direkt in Konkurrenz mit Paisiello treten zu müssen, nannte Rossini seine Oper bei der Uraufführung nicht "Il barbiere di Siviglia", sondern "Almaviva o sia L'inutile precauzione" (Almaviva oder Die nutzlose Vorsicht).

Rossinis Oper hat die ältere Paisiello-Vertonung des Sujets schnell überflügelt. Diese ist weitgehend in Vergessenheit geraten, während man schon kurze Zeit nach der Uraufführung den "Barbier von Sevilla" von Rossini als unschlagbares Meisterwerk der italienischen Buffo-Oper bezeichnet hat.

Die Partitur von Rossinis Oper soll angeblich innerhalb von 26 Tagen entstanden sein, wovon der Komponist 13 Tage für die Instrumentation benötigt haben soll. Allerdings hat Rossini nicht alle Teile der Oper neu verfasst. Die Ouvertüre etwa hatte schon zuvor seine Opern "Aureliano in Palmira" und "Elisabetta regina d'Inghilterra" eingeleitet, und aus dem Werk um die englische Königin hatte Rossini auch den zweiten Teil der späterhin berühmten Auftrittsarie für Rosina übernommen.

Die Uraufführung des "Barbiers" ist aufgrund vieler misslicher Umstände und Bühnenpannen als Theaterskandal in die Musikgeschichte eingegangen, schon ab der zweiten, leicht gekürzten Vorstellung war die Oper aber ein Erfolg. Während viele andere Rossini-Opern lange Jahre vergessen waren und erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden, hat "Il barbiere di Siviglia" von jeher zu den Klassikern des Opernrepertoires gehört. Sie ist sicher die meistgespielte Rossini-Oper.

Erstmals seit der bis 2020 mehr als 400 Mal gespielten Günther-Rennert-Inszenierung von 1966 wird Rossinis Meisterwerk zum Auftakt der Saison 2021/22 an der Wiener Staatsoper in einer neuen Produktion herausgebracht, unter der Regie und mit der Ausstattung von Herbert Fritsch, dirigiert von Michele Mariotti und mit Publikumsliebling und Tenorstar Juan Diego Flórez als Almaviva, der natürlich auch die früher in der Regel gestrichene, bravouröse Tenorarie im zweiten Akt singen wird.

Service

Diese Sendung wird in Dolby Digital 5.1 Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie, via Internet-Streaming auf Ihem HbbTV-Gerät oder durch Direktaufruf der Streaming-URLs.

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