Kunden vor dem Apple Store starren in ihre iPhones.

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Radiokolleg - Was ist Digitaler Humanismus?

Über das Wechselspiel von Technologie und Gesellschaft (1). Gestaltung: Sarah Kriesche

"Wir müssen Technologien nach menschlichen Werten und Bedürfnissen formen, anstatt nur zuzulassen, dass Technologien Menschen formen.", ist einer der Kernsätze des Wiener Manifests für digitalen Humanismus. Über 30 Forscherinnen und Forscher haben es im Jahr 2019 verfasst und auf der Website der Technischen Universität-Wien veröffentlicht. Kurz darauf brach die Pandemie aus. Ständige Begleiter, mitunter Heilsversprecher waren technische Hilfsmittel.

Sie wurden über Nacht regelrecht aus dem Boden gestampft. Sei es, um das Lernen und Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen, sei es, um mögliche Ansteckungsherde mittels Tracing-Apps nachvollziehbar zu machen. Nicht immer brachten sie den erhofften Erfolg und rückten bis dahin etablierte Narrative über die Digitalisierung in ein neues Licht. Nach über einem Jahrzehnt der Theorien und Versprechen wurden etwa die verschiedenen Formen von E-Learning - zwar unfreiwillig aber doch - einem Praxistest unterzogen.

Allem voran ging auch das kontaktlose Bezahlen mit Smartphone oder Karte als Gewinner aus der Krise hervor. Wie eine im Juni 2021 veröffentlichte Studie des Berliner Digitalverbands BITKOM zeigt, nutzen mittlerweile 6,5 Millionen der über 65-jährigen online-Banking. Eine Steigerung von fast 40% gegenüber dem Vorjahr. Die spürbare Abhängigkeit von digitalen Hilfsmitteln, mitunter auch das Gefühl der Digitalisierung ausgeliefert zu sein, löst freilich auch Unbehagen aus.

Umgeben von Internet-Giganten scheinen die Möglichkeiten auf gesellschaftliche Mitbestimmung bei technischen Umsetzungen limitiert. Sarah Kriesche erkundet, wo sich Versprechen der Digitalisierung erfüllt haben und inwieweit gesellschaftliche Teilhabe bei der Gestaltung von Technik überhaupt noch möglich ist.

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