Ein Jesus Kreuz in einer Kirche

AFP/CHARLY TRIBALLEAU

Logos

Berühmte "Irrlehren" der Kirchengeschichte

"Ketzer und Häretiker". Logos begibt sich in einigen der prominentesten Fälle der Kirchengeschichte auf eine Spurensuche

Von Arius über Pelagius bis Jan Hus: Einst wurden sie zum Schweigen gebracht, verurteilt, exkommuniziert oder sogar am Scheiterhaufen verbrannt - heute ist bei vielen "Ketzern" auf den ersten Blick gar nicht mehr klar erkennbar, worin ihre "Irrlehre" bestanden haben könnte. "Logos" begibt sich in einigen der prominentesten Fälle der Kirchengeschichte auf eine Spurensuche.

Der Grat ist in der Tat oft ein schmaler: Sogar der Kirchenlehrer Thomas von Aquin wurde zeitweise der "Häresie" verdächtigt und letztlich doch heiliggesprochen; Jan Hus hingegen war als Prediger hoch angesehen und wurde sogar Rektor der Universität in Prag - und endete schließlich doch als "Häretiker" am Scheiterhaufen. Heute gilt er als einer der wichtigsten Vorläufer der Reformation.

Der Begriff "Ketzer" leitet sich wahrscheinlich von den "Katharern" ab (was so viel wie "die Reinen" bedeutet), eine mittelalterliche Armutsbewegung im Süden Frankreichs, die auch die kirchliche Hierarchie massiv in Frage gestellt hat: Sie wurden durch einen "Kreuzzug" und später durch die Inquisition regelrecht ausgelöscht. Der Begriff "Häresie" wiederum hat ursprünglich gar nichts mit "Irrtum" zu tun, sondern leitet sich vom griechischen Wort für "Auswahl" ab. Die Lehre der Kirche wird also, so der ursprüngliche Ansatz, durch die Überbetonung einzelner Elemente bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter