Frauenhand hält Babyfüße

DPA/MASCHA BRICHTA

Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Hauterkrankungen bei Babys und Kleinkindern

Faltenfrei glatt und knuddelig weich, das ist das ideale Bild von Babyhaut.
Leider haben nicht alle unsere Kleinkinder das Glück so eine makellose Haut zu haben. Denn Windeldermatitis, seborrhoische Dermatitis, Neurodermitis, Psoriasis usw. sind keineswegs selten.

Das größte Organ des Menschen

Generell ist die Haut das größte Organ des Menschen und besteht aus hochspezialisierten Zellen, die eine dünne, aber strapazierfähige Schutzschicht bilden. Bei Neugeborenen sind diese Zellen naturgemäß kleiner als bei Erwachsenen und bilden weniger Schichten, daher ist die Babyhaut anfangs noch dünner und durchlässiger. Die Haut ist die Kontaktfläche zur Welt. Von Anfang an nehmen wir die Umwelt in Form der Temperatur, Berührungen etc. wahr.

Lebenswichtige Aufgaben

Und so erfüllt die Haut viele lebenswichtige, schützende Aufgaben: Sie dient unter anderem der Wärmeregulation, als Fett- und Wasserspeicher und muss den Körper wie eine Schutzhülle vor schädlichen äußeren Einflüssen bewahren. Doch die Haut eines Neugeborenen ist noch nicht vollständig entwickelt - ihre Schutzfunktionen müssen erst reifen. Insbesondere der Wasserhaushalt, der Lipidgehalt und der Säureschutzmantel sowie der anfangs geringe Anteil an natürlichen Feuchtigkeitsbindern - diese Funktionen entstehen erst langsam.

Von unbedenklich bis langwierig

Bereits sehr früh kann es zu Störungen und Krankheiten des "Organs Babyhaut" kommen: Insbesondere männliche Säuglinge ab der dritten Lebenswoche können zum Beispiel von der Neugeborenen-Akne (Acne infantum) betroffen sein. Es bilden sich auf der Stirn, den Wangen und manchmal auch auf den Händen kleine Pickel. Grund dafür dürfte die Hormonumstellung nach der Geburt sein. Diese Hauterscheinungen sind harmlos und klingen nach einigen Wochen wieder ab.
Eine völlig andere Situation ergibt sich bei Neurodermitis und Psoriasis. Falls mehrfach gerötete Stellen mit hartnäckigem Juckreiz, vielleicht bereits mit leichten Entzündungen auftauchen, kann es sich um Neurodermitis oder Schuppenflechte handeln. Beide Erkrankungen können schnell einen chronischen Verlauf nehmen, wenn die Behandlung zu spät einsetzt. Außerdem müssen sie auch eindeutig voneinander abgegrenzt werden, da sich die Therapiemöglichkeiten unterscheiden.

Neurodermitis - quälend für Kinder und Eltern

Die Neurodermitis (atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem) ist die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter. Sie ist nicht ansteckend! In dieser Altersgruppe kommt sie zehnmal häufiger vor als die Schuppenflechte (Psoriasis).
Typisch sind entzündete, schuppende, teils nässende und meist quälend juckende Ekzeme.
Bei den betroffenen Kindern ist die Schutzbarriere der Haut beschädigt. Daher haben Keime, reizende Stoffe und Allergene die Möglichkeit einzudringen.
Bei etwa einem Drittel der Kinder liegt außerdem die Neigung zu Allergien vor.
Neurodermitis verläuft schubförmig - dazwischen können beschwerdefreie Phasen liegen.
Es gibt leider viele verschiedene Faktoren, die einen Schub auslösen können.

Psoriasis - die Schuppenflechte

Bei dieser Krankheit wandern Zellen der obersten Hautschicht viel zu schnell an die Hautoberfläche. Daher kommt es zu überschießender Schuppenbildung. Typisch sind rote, entzündete Hautareale, auf denen silbrig-weiße Schuppen sitzen. Ebenfalls typisch - der Juckreiz.

Physische und psychische Auswirkungen

Die Haut juckt, die Kinder kratzen sich, leiden. Eltern leiden mit ihren Kindern. Häufig ist die Nachtruhe gestört - davon ist ebenfalls oft die ganze Familie ist betroffen.

Diesmal widmet sich Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz mit seinen Gästen in der neuesten Ausgabe des Radiodoktors unter anderem folgenden Fragen: Welche Krankheiten der Baby- und Kinderhaut gibt es? Woran erkennt man sie? Und welche Behandlungen können helfen?

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz
Sendungsvorbereitung: Dr.in Maria Harmer und Dr. Christoph Leprich
Redaktion: Lydia Sprinzl, MA

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

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An welcher? Und welche Therapie wurde angewandt?

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Service

Es diskutieren am Telefon:

Prim. Univ. Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer
Fachärztin für Haut und Geschlechtskrankheiten in Wien
Langjährige Leiterin Pädiatrische Dermatologie Klinik Donaustadt, ehem. Donauspital Dermatologische Abteilung
Wiesingerstraße 3
1010 Wien
Tel: +43 676 7064989
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Dr. Christine Prodinger
Universitätsklinik für Dermatologie
Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Im Vorstand der OEADF - Österreichische Akademie für Dermatologische Fortbildung
Strubergasse 21
5020 Salzburg
Tel: +43 662 2420-0
E-Mail
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Anlaufstellen und Info-Links:

Karl Landsteiner Institut für Pädiatrische Dermatologie (Kinderdermatologie)
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF)
Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)
Deutsche Dermatologische Forschung (DDG)
European Academy of Dermatology and Venerology (EADV)
European Society of Dermatologic Research
Kinderhauttag: Jährliche Fortbildung in Wien (seit 2010)
EB-Haus Austria (auch Spezialklinik für "Schmetterlingskinder")
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Kindergesundheit Dt
Neurodermitis
Schuppenflechte
Neurodermitis / Schuppenflechte
Beatrix Volc-Platzer: Infantile Hämangiome. Herausforderungen in Diagnostik und. Therapie. Zusammenfassung.
Beatrix Volc-Platzer: Photodermatosen im Kindesalter". Spektrum Dermatologie 01/21

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