Sprechblasen, Grafik

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Die Pandemie der Sprechblasen

Die Pandemie der Sprechblasen +++ Aus drei Wellen nichts gelernt +++ Impflotterie und Lockdown-Gala +++ Sebastian Kurz und seine Krisen-PR
Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Stefan Kappacher und Birgit Pointner

"Es ist etwas kaputtgegangen zwischen dem Staat und den Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen." Das schreibt "Die Zeit" über den verpatzten Corona-Start der Ampel in Deutschland. In Österreich zieht sich das Versagen bereits durch viele Monate, beim Pandemie-Management wie in Fragen der politischen Sauberkeit. Statt klaren Antworten kommen da wie dort immer wieder Sprechblasen.

Aus drei Wellen nichts gelernt

Die Bundesregierung hat es auch am Ende des zweiten Jahres der Pandemie nicht geschafft, professionelle Krisenkommunikation zu betreiben. Die vierte Corona-Welle wurde schwer unterschätzt und die Maßnahmen wurden viel zu spät eingeleitet - da wird es dann auch schwierig mit den richtigen Botschaften an die Bevölkerung. Handwerklich schlecht, zu zögerlich, teilweise unverständlich, lautet das harte Urteil von Kommunikationsexpertinnen und -experten. #doublecheck hat nachgefragt, was das für längerfristige Folgen hat - und was man jetzt noch retten kann.

Impflotterie und Lockdown-Gala
Während der aus Steuergeld geförderte Sender von Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz alles tut, um die ohnehin ausgeprägte Corona- und Impf-Skepsis im Land weiter zu schüren, versuchen verantwortungsvolle Medien gegenzusteuern und Überzeugungsarbeit zu leisten. Puls4 machte ein vielbeachtetes Bürgerforum zum Impfen, der ORF hat mit einer "Stöckl live"-Sendung nachgezogen und eine große Impflotterie auf die Beine gestellt. Mehr als eine Million Menschen haben sich schon dafür angemeldet. Auf der anderen Seite steht eine missglückte vorweihnachtliche "Licht ins Dunkel"-Gala mit schunkelnden Politikern mitten im Lockdown.

Sebastian Kurz und seine Krisen-PR
"Der Medienkrieg gegen die Korruptionsjäger" hat "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk seine Geschichte über die ganz persönliche Krisen-PR des gescheiterten Kanzlers Sebastian Kurz betitelt. In der Tat ließ der ÖVP-Obmann bis zu seinem jetzt angekündigten völligen Rückzug aus der Politik nichts unversucht, sich noch vor einer möglichen Anklageerhebung strafrechtlich reinzuwaschen. Dabei helfen Anwälte und ein ehemaliger Kurzzeit-Justizminister, die Rechtsschutzbeauftragte im Justizministerium steht wegen des Anscheins von Befangenheit unter Kritik. Und von politischer Seite werden Nebelgranaten geworfen, die eines verschleiern sollen: Das Ende der Ära Kurz hat handfeste, dokumentierte Gründe.




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