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ORF

Punkt eins

Die Übernahme des Seins

Selbstreflexion: "Das Denken des Denkens" als vernachlässigte Kompetenz und strapaziertes Schlagwort.
Gast: Ass.-Prof. Donata Romizi, Philosophin am Department für Philosophie, Universität Wien und stellvertretende Leiterin des Universitätslehrgangs "Philosophische Praxis".
Moderation: Barbara Zeithammer.
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Mangelnde Selbstreflexion wurde Politiker:innen und Parteien dieser Tage vielfach attestiert und wird generell immer wieder jenen vorgeworfen, die so etwas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner des Zusammenlebens sprengen.

"Was tue ich da eigentlich?" Man kann bis drei zählen, bevor man sagt, was man denkt, das Gewissen befragen oder den moralischen Kompass zurate ziehen: Sich zu befragen und zu hinterfragen, scheint jedoch vor allem dann in unsere Zeit zu passen, wenn es um rücksichtslose Selbstverwirklichung geht.

Das kritische, forschende "Denken des Denkens" ist eine philosophische Praxis, die seit der Antike gepflegt wird. Eine Art Besinnung, innere Einkehr oder ein stilles Selbstgespräch mit einer inneren Instanz, die tatsächlich einen Schritt zur Seite oder zurück tut. Doch nicht nur Standpunkt und Perspektive zählen, auch die Zeit ist ein Faktor: die eigenen Handlungen, Gefühle und Gedanken zu reflektieren, sie vielleicht neu zu ordnen, zu korrigieren, jedenfalls aber zu vergleichen erfordert Ruhe, Kraft und Mut und muss erlernt und trainiert werden.

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion gilt als essenziell für Lernprozesse aller Art sowie als Schlüssel für ein gelingendes Miteinander und wird beispielsweise auch als eine Säule im Kampf gegen Extremismus genannt, so in den für Frühjahr geplanten Präventionskursen an Schulen.

Über hohe Erwartungen, zentrale Grundlagen und gelebte Praxis, über Philosophie als Arbeit an sich selbst, die Suche nach der richtige Distanz zur eigenen Person und die Selbstreflexion zwischen Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis und Selbstverständnis spricht die Philosophin Donata Romizi, Professorin an der Universität Wien, als Gast bei Barbara Zeithammer.

Und Sie - unsere Hörer:innen -sind wie immer herzliche eingeladen, sich am konstruktiv-kritischen Nachdenken zu beteiligen: unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 kostenfrei aus ganz Österreich während der Sendung oder per E-Mail an punkteins(at)orf.at

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