Laubfrosch

AP/JACQUELYN MARTIN

Vom Leben der Natur

Sagenhafte Metamorphosen

Der Germanist Martin Neubauer spricht über
Mensch-Tier-Verwandlungen in der Literatur.
Teil 1: Tierbräutigam und Froschzarin
Gestaltung: Renate Pliem

Metamorphosen kennt man aus der Biologie, etwa wenn sich die Raupe in einen Schmetterling verwandelt. Sie treten aber auch als Motiv in der Literatur auf: Mensch-Tier-Verwandlungen kommen zuhauf im Märchen vor, wenn zum Beispiel in "Grimms Märchen" der verzauberte Froschkönig wieder als Prinz erscheint.

Im Märchen "Der gestiefelte Kater" wird der Zauberer provoziert: Er soll sich in einen Elefanten und letztendlich in eine Maus verwandeln - so wird er unschädlich gemacht.
Die "Metamorphosen des Ovid" tragen die Verwandlungen im Titel: Eine mythologische Figur ist Zeus, der sich in einen Schwan oder Stier verwandelt, um nicht in seiner göttlichen Gestalt gesehen zu werden.

Auch das Genre des "Animal Horror" arbeitet mit Metamorphosen. Dracula kann sich in eine Fledermaus verwandeln, sagenhafte Werwölfe erschrecken seit Urzeiten die Menschen und die "Schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf kann als Parabel für einen Pestausbruch gelesen werden.

Eine Frage bei Metamorphosen in der Literatur ist: Werde ich ein anderer, wenn ich verwandelt bin? Im "Kalif Storch" von Wilhelm Hauff und in der "Verwandlung" von Franz Kafka bleibt das menschliche Denken erhalten, auch wenn die Hauptpersonen zu einem Storch bzw. zu einem Insekt werden.

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GESPRÄCHSPARTNER:
Doz. Mag. Dr. Martin Neubauer
Universität Wien
Institut für Germanistik

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