Der Heilige Stephanus

GEMEINFREI

Lebenskunst

Wo ist der Friede auf Erden?

Er sah den Himmel offen – Bibelessay zu Apostelgeschichte 6, 8-10; 7, 54-60 +++ Wo ist der Friede auf Erden? – Das Weihnachtsgeheimnis, Teil 3 +++ Omega statt Omikron – Von einer Spiritualität der Zukunft +++ Nicht Party, sondern Papst – Warum am 31. Dezember Silvester gefeiert wird

1. Er sah den Himmel offen – Bibelessay zu Apostelgeschichte 6, 8-10; 7, 54-60

Wenn auch die katholische Kirche heuer am 26. Dezember das „Fest der Heiligen Familie“ (womit Jesus, Maria und Josef gemeint sind) feiert, das immer am Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr begangen wird und gegebenenfalls das Fest des Heiligen Stephanus verdrängt, so begibt sich LEBENSKUNST doch auf die Spuren des „Erzmärtyrers“. Ihm, dem Heiligen Stephanus, verdankt am „Dies Stephani“, am „Tag des Stephanus“, der zweite Weihnachtsfeiertag seinen Namen.

Stephanus wird im Neuen Testament der Bibel als Diakon der Jerusalemer Urgemeinde geschildert. Für seinen Glauben gestorben, gilt er als erster Märtyrer des Christentums. Kurz vor seinem Tod hat er „den Himmel offen gesehen“. Gedanken von der katholischen Theologin Mirja Kutzer, die an der Universität Kassel lehrt.


2. Wo ist der Friede auf Erden? – Das Weihnachtsgeheimnis, Teil 3

Schon am zweiten Tag legt die Kirche die weißen Festgewänder ab und kleidet sich in die Farbe des Blutes. Mit Worten wie diesen erklärt die Philosophin Edith Stein in einem Vortrag die weihnachtliche Liturgie der katholischen Kirche. „Stephanus, der Erzmärtyrer, der als erster seinem Herrn im Tode nachfolgte, und die Unschuldigen Kinder, die Säuglinge von Bethlehem und Juda, die von rohen Henkershänden grausam hingeschlachtet wurden, sie stehen als Gefolge um das Kind in der Krippe“, so die spirituelle Intellektuelle weiter.

Und sie fragt mit Blick auf die biblischen Geschichten: „Was will das sagen? Wo ist nun der Jubel der himmlischen Heerscharen, wo die stille Seligkeit der Heiligen Nacht? Wo ist der Friede auf Erden?“ Die Philosophin Edith Stein, 1891 in eine orthodoxe jüdische Familie in Breslau geboren, konvertierte 1922 zur katholischen Kirche und trat 1933 in die intensiv kontemplativ lebende Ordensgemeinschaft der Karmelitinnen ein.

1942 wurde sie als Ordensfrau jüdischer Herkunft in Auschwitz ermordet, 1998 von Papst Paul II. heiliggesprochen. Den Vortrag „Das Weihnachtsgeheimnis. Menschwerdung und Menschheit“ hat sie 1931 gehalten, LEBENSKUNST gibt ihn in sechs Abschnitten wieder. Es spricht die Schauspielerin Andrea Eckert.


3. Omega statt Omikron – Von einer Spiritualität der Zukunft

Der griechische Buchstabe Omikron ist in aller Munde. Bei Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) freilich geht es um den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, um das Omega. Vor 140 Jahren geboren, weist der geniale Naturwissenschaftler, Mystiker und Jesuit eine Spur zu einem erahnten gemeinsamen Endpunkt „Omega“ der menschlichen Geschichte. Der Omega-Punkt ist bei Teilhard de Chardin End- und Zielpunkt in der theologischen und philosophischen Betrachtung der Evolution – und seine Einsichten vermögen fürs Heute zu ermutigen: Sie bedeuten Auftrag und können Lebenssinn vermitteln, meint Raimund Badelt.

Der Wirtschaftsexperte mit langjähriger Leitungserfahrung in der Caritas der Erzdiözese Wien, hat ein Masterstudium an der Universität Salzburg in “Spiritueller Theologie im interreligiösen Prozess“ absolviert. Sein jüngstes Buch „Die Omega-Spur. Spiritualität der Zukunft“ ist bei Echter erschienen.


4. Warum am 31. Dezember Silvester gefeiert wird

Mit dem Ende des alten und dem Beginn eines neuen Kalenderjahres sind sowohl Hoffnungen als auch Ängste verknüpft. Für viele ist „Silvester“ aber schlicht ein Synonym für „Party“, wenn auch vielleicht nicht ganz so ausgelassen wie vor der Corona-Pandemie – und wohl in kleinerer Runde.

Dass der Name „Silvester“ im Kalender steht, hat allerdings im Grunde nichts mit dem Jahreswechsel zu tun: Er gehört vielmehr einem Papst namens Silvester, der der Überlieferung zufolge am letzten Tag des Jahres 335 gestorben ist und dessen Namensfest daher am 31. Dezember gefeiert wird. Als Namensgeber für den Jahreswechsel ist er historisch sicher unterbewertet, denn er steht an einer entscheidenden Wende in der Geschichte des Christentums, die allerdings sonst eher mit dem Namen von Kaiser Konstantin verbunden ist, wie Markus Veinfurter berichtet.

Service

Buch: Raimund Badelt, Die Omega-Spur. Spiritualität der Zukunft, Echter, 2021
Bibelessay zu Apostelgeschichte 6, 8-10; 7, 54-60

Sendereihe

Gestaltung

  • Doris Appel/Martin Gross

Playlist

Komponist/Komponistin: Johann Sebastian Bach 1685 - 1750
Titel: WEIHNACHTSORATORIUM BWV 248 , Oratorium in 6 Teilen / Gesamtaufnahme
Titel: 15. Frohe Hirten, eilet, ach eilet / Nr.5 Arie Tenor (00:03:27)
2.Teil: Am zweiten Weihnachtsfeiertage
Leitung: Ralf Otto
Orchester: Concerto Köln
Chor: Vokalensemble Frankfurt
Solist/Solistin: Ruth Ziesak
Solist/Solistin: Monica Groop
Solist/Solistin: Christoph Pregardien
Solist/Solistin: Klaus Mertens
Länge: 03:27 min
Label: Capriccio 600252

Urheber/Urheberin: Gregorianik
Vorlage: HS d.Grazer Universitätsbibliothek u. Analecta Hymnica Medii Aevi
Album: SPLENDOR AUSTRIAE - GREGORIANIK IM KIRCHENJAHR < II > - Hymnen und Sequenzen aus österr.Handschriften zu den Marienfesten u. Festen von großen österr.Heiligen u.Diözesanpatronen
Titel: STEPHANUS < 26.12.>, Erzmärtyrer : Sancte Dei pretiose - Hymnus
Anderssprachiger Titel: Gottes Diener, hochverehrt, Stephan, Fürst der Märtyrer
Gesamttitel: SPLENDOR AUSTRIAE - HEILIGE ÖSTERREICHS
Chor: Grazer Choralschola
Ausführender/Ausführende: Thomas Wasserfaller
Choreinstudierung: Franz Karl Praßl
Länge: 03:09 min
Label: ORF CD 121

Komponist/Komponistin: John Sheppard um 1515 - 1558
Vorlage: Bibel NT, Johannes 1,14
Vorlage: Bibel NT, Johannes 1,1
Album: TUDOR MUSIC FOR ADVENT AND CHRISTMAS
Titel: Verbum caro factum est - Motette zu 8 Stimmen a cappella < Responsorium der Matutin am 1.Weihnachtstag >
Textanfang: Verbum caro factum est et habitavit in nobis, cuius gloriam vidimus
Anderssprachiger Textanfang: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt...
Ausführende: Stile Antico
Länge: 04:02 min
Label: harmonia mundi usa HMU 807517

Komponist/Komponistin: Marc Cohn
Album: WORK TO DO
Titel: Baby King/live
Ausführende: Marc Cohn & Blind Boys of Alabama
Länge: 04:00 min
Label: Warner 4050538519693

Komponist/Komponistin: Luigi Cherubini 1760 - 1842
Album: LUIGI CHERUBINI: MESSA SOLENNE in d-moll (per il Principe Esterhazy)
* 17. Benedictus qui venit (Larghetto) (00:06:19)
Titel: Missa solemnis in d-Moll für 4 Solisten, Chor und großes Orchester (gewidmet dem Fürsten Esterhazy)
Messe
Solist/Solistin: Camilla Tilling
Solist/Solistin: Sara Fulgoni
Solist/Solistin: Kurt Streit
Solist/Solistin: Tomas Tomasson
Ausführender/Ausführende: Atsuko Suzuki
I: (10)!
Ausführender/Ausführende: Andreas Schulist
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Choreinstudierung: Michael Gläser
Orchester: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Riccardo Muti
Länge: 06:18 min
Label: EMI 5571662 / Koprod. Bayerischer Rundfunk

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