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Radiogeschichten

Sich der eigenen Familiengeschichte stellen

"Leirichs Zögern". Von Rudolf Habringer. Es liest Harald Bodingbauer. Gestaltung: Daniela Wagner

Rudolf Habringers aktueller Roman "Leirichs Zögern" zwingt die Hauptfigur dazu, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Für den scheuen Protagonisten Gregor Leirich ist das alles andere als angenehm. Nur durch einen Zufall erfährt er von einem Moment auf den anderen von der Existenz eines Halbbruders. Leirich, der es sich als Historiker und Barpianist gut in seinem Leben eingerichtet hat, reagiert in höchstem Maß erschrocken. Er beginnt zu recherchieren und erfährt, dass der Halbbruder ganz in der Nähe lebt. Warum hat er sich bis jetzt nicht zu erkennen gegeben? Weshalb haben jene, die von dem Bruder wussten, über Jahrzehnte geschwiegen? Unerklärlich erscheint Leirich auch die Tatsache, dass selbst der Vater niemals sein erstes, im Krieg geborenes Kind erwähnte.

Rudolf Habringer wurde 1960 im oberösterreichischen Schwanenstadt geboren und lebt nach dem Studium der Germanistik und Theologie als freier Schriftsteller in Walding bei Linz. Er verfasst Romane, Erzählungen, Satiren, Kabaretttexte und Theaterstücke und ist als Kabarettist, Musiker und Herausgeber tätig. Rudolf Habringer ist Träger des Max-von-der-Grün-Preises und des Jörg-Mauthe-Preises. 1993 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil.
Nach dem Band "Alles wird gut. Erzählungen" legte Rudolf Habringer binnen weniger Jahre drei Romane von großer erzählerischer Dichte vor: "Island-Passion" (2008), "Engel zweiter Ordnung" (2011) und "Was wir ahnen" (2013). Satirische Texte finden sich in den Bänden "Bernhard Minetti geht turnen", "Hansi Hinterseer lernt singen" und "Thomas Bernhard seilt sich ab".

Service

Rudolf Habringer: "Leirichs Zögern" (Roman, 2020, Otto Müller Verlag)

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