Queen Elizabeth II trägt ihre Krone .

VI. AFP/POOL

Logos

Von Gottes Gnaden

"Von Gottes Gnaden" - Der christliche Glaube und die weltliche Macht
(zum 70-Jahr-Thronjubiläum von Königin Elisabeth II.)

Auf einen Auftrag von aller-höchster Stelle berufen sich heute nur noch wenige Staatsoberhäupter: Königin Elisabeth II. führt ihre zahlreichen Titel noch immer "von Gottes Gnaden". Als "supreme governor" (so der offizielle Titel) steht sie damit außerdem an der Spitze der "Kirche von England". Vor 70 Jahren, am 6. Februar 1952, bestieg sie den Thron. Ein Jahr später, am 2. Juni 1953, wurde sie in Westminster Abbey vom Erzbischof von Canterbury feierlich gesalbt und gekrönt. Das religiöse Fundament ihres Amtsverständnisses wurde damit liturgisch zum Ausdruck gebracht - und via Fernsehen (damals noch eine Sensation) in alle Welt übertragen.

"Logos" nimmt dieses seltene Platin-Thronjubiläum von Königin Elisabeth II. zum Anlass, um sich mit einem heiklen Thema zu beschäftigen: Wie steht das Christentum zur weltlichen Macht? Auch in Österreich haben sich tief fromme Monarchinnen und Monarchen aus dem Hause Habsburg einst auf die "Gnade Gottes" berufen. Das "Heilige Römische Reich" trägt die Verquickung von geistlicher und weltlicher Sphäre schon im Namen - und erinnert damit an eine Zeit, als eine Trennung von Kirche und Staat noch gar nicht denkbar schien. Und in der Welt der orthodoxen Christenheit wird bis heute großen Wert auf die "symphonia", auf den "Gleichklang" zwischen Kirche und Staat gelegt.

"Logos" beleuchtet damit auch ein Stück christlicher Schuldgeschichte - denn oft haben christliche Kirchen ihre Unterstützung für das eine oder andere Regime später bitter zu bereuen gehabt. - Gestaltung: Markus Veinfurter

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