Sabine Derflinger

LUKAS BECK

Gedanken für den Tag

Je mehr Geld, desto weniger Frauen

"Frauengeschichte und Frauenrechte" - Gedanken zum Internationalen Frauentag von Sabine Derflinger, Filmregisseurin

In der österreichischen Filmbranche zeigt sich Geschlechterdifferenz, wenn es um die Vergabe von Projekten geht. Je höher budgetiert Projekte sind, desto besser ist auch die Bezahlung, speziell in den Sparten Drehbuch oder Regie. Es gilt allerdings der Slogan "Je mehr Geld, desto weniger Frauen".
Wenn Frauen in von Männern dominierte Berufe vordringen, müssen sie aufpassen, dass sie nicht trotzdem unterbezahlt werden. Recherche zahlt sich aus. Umgekehrt erinnere ich mich an die Einführung der Schnittcomputer und an die Zeit, in der Männer als Editoren zu arbeiten begannen und die Löhne stiegen. Frauen werden für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt, arbeiten in traditionell schlecht bezahlten Berufen oder in Teilzeit.

Zehn Jahre nach der Geburt des ersten Kindes liegt das Erwerbseinkommen von Frauen in Österreich, im Schnitt, um 51 Prozent unter dem Wert des Jahres vor der Geburt. Durch den Ausbau von Kindergartenplätzen konnten mehr Frauen als in der Vergangenheit auch nach der Geburt arbeiten, vielfach aber nur halbtags, weil Betreuungsplätze oft nicht ganztags zur Verfügung stehen.
Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Versorgungsarbeit, wie Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege.
Die gesellschaftliche Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen ist festgefahren. Der letzte "Equal Pay Day", also der Tag, ab dem die Frauen statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis arbeiten, fand im vergangenen Jahr am 25. Oktober statt.
Der österreichweite Gender Pay Gap ist mit 18,5 Prozent höher als der EU-Durchschnitt. Besser ist es nur in Wien, wo der Wert bei 12,5 Prozent liegt.

Corona hat die Situation verschlechtert. Frauen waren öfter arbeitslos und in Kurzarbeit, mussten mehr Kinderbetreuung, Haus- und Pflegearbeit übernehmen.
Was kann also helfen, die Situation endlich zu verändern? Ich finde, es braucht ein politisches Bekenntnis, das sich in einer verkürzten Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ausdrückt. Dazu Anreize für Männer in Karenz zu gehen, ganztägige Kindergartenplätze und Gehältertransparenz. Was ich mir wünsche ist, dass Frauen, Männer und Nicht-Binäre sich einigen, dass kein Geschlecht ein anderes ausbeutet.

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Gerald Schuller
Gesamttitel: TATORT - FALSCH VERPACKT
Titel: Tatort - falsch verpackt - Pitiful And Sunken
Ausführende: Gerald Schuller
Ausführende: Peter Panayi
Ausführende: DJ Cutex
Länge: 22:00 min
Label: ORF-Enterprise Musikverlag ORF-E-CD0072

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