Ein Beamter durchsucht alte Papiere zu ungelösten Fällen.

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Ungelöst, aber nicht vergessen

Cold Case: Auf der Suche nach der heißen Spur
Wie Ermittler der Kriminalpolizei an alten ungelösten Fällen arbeiten

In Österreich gibt es etwa 200 ungeklärte Mord- oder Tötungsdelikte, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen. Zum "Cold Case" wird ein unaufgeklärter Mord allerdings nicht erst nach Jahrzehnten, drei Jahre reichen dafür bereits. 95 Prozent der Tötungsdelikt werden aufgeklärt. Meist handelt es sich um Fälle, in denen Opfer und Täter durch eine Beziehung verbunden waren. Bei den meisten ungeklärten Fällen kannte das Opfer den Täter dagegen nicht.

In Österreich beschäftigt sich das sogenannte "Cold Case Management" des Bundeskriminalamtes in Wien mit diesen alten Taten. Zu dieser Einheit gehören drei Kriminalbeamte, sie kooperieren mit den aktenführenden Dienststellen der Bundesländer. Fortgeschrittene Kriminaltechnik wie DNA-Analysen und neue Methoden der Untersuchung von Finger- und Handflächenabdrücken erhöht die Chance, Täter zu finden. In Salzburg konnte so ein 20 Jahre zurückliegender Mord an einem Taxifahrer geklärt werden: Ein einzelnes Haar und ein partieller Handabdruck am Tatort führten zum Mörder. Hinweise erhalten die Ermittler auch nach der Ausstrahlung von Fernsehsendungen wie "Aktenzeichen XY… ungelöst".

Auch der Verein "Österreich findet euch" arbeitet mit der Kriminalpolizei zusammen: Der Verein sucht unter anderem als vermisst gemeldete Personen. Ungeklärte Kriminalfälle beschäftigen auch Privatdetektive und Journalisten.

Gestaltung: Ernst Weber

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