Gezeichnete Figur, die nach oben blickt; Ausschnitt des Buchumschlags

S. FISCHER VERLAG

Radiogeschichten

Der Ö1 Essay von Christian Uhle

Christian Uhle: "Wozu das alles? Eine philosophische Reise zum Sinn des Lebens". Es liest Michael Dangl

"Philosophie verstehe ich als eine transformative Disziplin, sie kann uns helfen, gesellschaftlichen Wandel erfolgreich zu gestalten", sagt der deutsche Philosoph Christian Uhle. Bekanntlich ist Philosoph eine unscharfe und in vielen Fällen unangemessene Berufsbezeichnung. Ein Philosophiestudium mach noch keinen Philosophen und kein Philosoph muss ein Philosophiestudium absolviert haben. Deshalb sind Philosophen, wenn sie sich als solche bezeichnen, oft umstritten. Vor allem dann, wenn sie das akademische Feld verlassen und eine breite Öffentlichkeit ansprechen wollen - via Medien, als Berater, als Autoren in Publikumsverlagen.

Richard David Precht, Robert Pfaller oder Lisz Hirn kann man da nennen. Oder eben Christian Uhle. Er unterscheide prinzipiell zwischen Philosophie und Philosophiewissenschaft, sagt er Die Grenzen seien fließend. Aber wie es Literaten und Literaturwissenschaftler gebe, Künstler und Kunstwissenschaftler, so sei auch der Anspruch, Philosophie zu betreiben und der Anspruch, Philosophie zu erforschen, unterschiedlich. Ihn interessiere die Welt, in der wir leben, so Uhle, und Philosophie sei für ihn ein Mittel, sie zu verstehen. Darum sei er eben Philosoph.

Als solcher ist für ihn die Frage nach dem Sinn entscheidend. Nicht nur nach dem Sinn des Lebens, sondern, kleinteiliger, nach dem Sinn dessen, was wir tun. Oder was wir nicht tun. Dieser Frage geht die Philosophie gern aus dem Weg, weil sie nicht systematisch zu beantworten ist und an Bereiche streift, die man metaphysisch nennen kann. Da geht es um Prägungen und Emotionen, um Erwartungen und Vorstellungen. Mit dem im 20. Jahrhundert sich verfestigten Positivismus, also einer faktenbezogenen Denkrichtung, stößt man bald an Grenzen. Wenn der Soziologe Max Weber vor hundert Jahren von der Entzauberung der Welt durch zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung sprach, dann kritisierte er damit die eingeschränkte Erkenntnis des Positivismus, der mit einem Begriff wie "Zauber" nichts anfangen kann. In seinem Buch "Wozu das alles? Eine philosophische Reise zum Sinn des Lebens" (S. Fischer Verlag) knüpft Christian Uhle an dieser Kritik an.
Gestaltung: Peter Zimmermann

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