Eine Bein mit Gänsehaut.

ORF/ISABELLE ORSINI ROSENBERG

Radiogeschichten

Der Ö1 Essay von Jule Govrin

Jule Govrin: "Politische Körper. Von Sorge und Solidarität", Matthes & Seitz Verlag
Es liest Elisabeth Findeis

Wie verwundbar unsere Körper sind, verdrängen wir im Alltag, wo wir nur können, meint die deutsche Philosophin und Autorin Jule Govrin. Doch die Pandemie hat uns diesen Umstand schmerzhaft ins Gedächtnis gerufen: Wird schon das Ein- und Ausatmen zur Gefahr, erscheint jedes Miteinander bedrohlich. Zugleich wird sicht- und mehr noch spürbar, wie sehr wir auf Begegnungen und Berührungen angewiesen sind. So tritt eine Ambivalenz zutage, die zum philosophischen Ausgangspunkt für Jule Govrins Nachdenken über Körper und Politik wird: Verletzbar zu sein vereint alle Körper, in unserer Körperlichkeit scheint damit ein Moment radikaler Gleichheit auf. Doch Gegenwart und Geschichte sind von Mechanismen bestimmt, die darauf abzielen, Körper ungleich zu machen.

Govrins Essay "Politische Körper. Von Sorge und Solidarität" lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie politische Bilder und ökonomische Praktiken Körper formen. Zugleich eröffnet dieser Blick Aussichten auf einen Universalismus von unten, wie er sich in aktuellen feministischen Protestbewegungen abzeichnet. Ausgehend von der Erkenntnis, dass unsere sowohl Körper verwundbar als auch voneinander abhängig sind, wird die Sorge um sie zum Dreh- und Angelpunkt globaler Solidarität.
Gestaltung: Peter Zimmermann

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  • Peter Zimmermann

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