Auf einem Islampischen Markt werde Tiere für das Opferfest verkauft.

AFP/A MAJEED

Gedanken für den Tag

Dzemal Sibljakovic zum islamischen Opferfest

"Zusammenhalt und Gemeinschaft". Gedanken vom Leiter der Sozialabteilung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und muslimischem Gefängnisseelsorger

Wir befinden uns in der Zeit rund um das islamische Opferfest. Es beginnt dieses Jahr am Abend des 9. Juli. Und wie jedes andere Fest ist auch dieses für viele Menschen auf der einen Seite mit Spiel, Spaß und Familie verbunden und auf der anderen Seite mit sehr viel Stress. Nicht sehr viel anders als bei den anderen Traditionen und Religionen.

Der Ursprung dieses Festes geht auf die Prüfungen des Propheten Ibrahim, vielen hier vielleicht eher unter dem Namen Abraham bekannt, und seiner Familie zurück, die, kurz gesagt, durch besonders schwierige Prüfungen gegangen sind und damit zu einem Symbol der Gottesnähe wurden. Ich habe es immer sehr interessant gefunden, dass sowohl damals als auch heute eine starke Verbindung zwischen diesen beiden wichtigen und ständig wiederkehrenden Bereichen menschlichen Daseins besteht: Fest und Prüfung. Auf der einen Seite: die überstandenen Nöte von auserwählten Personen, die von einer Gottheit oder von Menschen als besonders ausgezeichnet wurden. Sie wurden als Anlass zum Feiern für zahllose Generationen nach ihnen genommen. Mit diesen Feiern erinnern wir uns an besondere Ereignisse und die Symbole, die sie ausmachen.

Auf der anderen Seite sind eben diese Feste für manche Menschen zu schwierigen Prüfungen geworden. Man könnte also auch sagen: Des einen Fest ist des anderen Prüfung und vice versa. Doch worin liegt genau die Prüfung? Sie liegt verstreut in den geheimen Erwartungen von Familien, Freunden und den Communitys. Sie liegt verborgen in den eigenen Erwartungen an sich selbst und an die oft nicht vorhandene feierliche Stimmung und die damit verbundenen, ja daraus resultierenden Schuldgefühle.
Sie liegt ebenso verborgen in der Einsamkeit, die für viele Menschen ein ständiger Begleiter ist, der sich zu Festzeiten besonders breit macht. Sich davon zu befreien, nur den eigenen Gefühlen zu folgen, ist gar nicht so einfach, den zum Feiern gehören auch die Menschen, die eine Feier ermöglichen.

Dazu ein Gedanke, den der muslimische Gelehrte Rumi einst geteilt hat: "Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern."

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Traditional
Gesamttitel: WIEN OSTBAHNHOF
Titel: Snijeg, Pade na behar, na voce
Ausführende: Pristup
Ausführender/Ausführende: Christian Bakanic
Ausführender/Ausführende: Vladimir Blum
Ausführender/Ausführende: Hannes Laszakovits
Ausführender/Ausführende: Andrej Prozorov
Ausführender/Ausführende: Natasa Mirkovic
Länge: 02:00 min
Label: Groove Records 13190

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