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ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

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Elfriede Jelinek sehr frei nach Johann Nestroy

"Präsident Abendwind". Von Elfriede Jelinek. Mit Ernst Konarek, Manuela Alphons, Wolfram Berger, Jörg Hube, Louise Martini, Hans Wyprächtinger und Elfriede Jelinek. Instrumente: Helmut Herold, Klaus Burger und Edith Salmen-Weber. Musikalische Einstudierung: Othmar Costa. Musik: Peter Zwetkoff. Ton: Hans Scheck. Schnitt: Uta von Reeken. Regie: Hans Gerd Krogmann (BR 1992)

Ebenso wie die Vorlage zu "Präsident Abendwind" - Johann Nestroys 1862 uraufgeführter Einakter "Häuptling Abendwind" - ist Elfriede Jelineks Dramolett eine Sprach-Satire auf die moderne Zivilisation und ihre politische Kultur, auf Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. Präsident Abendwind ist ein Verwandter der vielen fiktiven und realen Herrscher, die es verstehen, durch diktatorisches Regime ihren Geldbeutel, ihr Machtvolumen und ihren Magen zu füllen. Dass er zum Schluss von einem Bären gefressen wird, ist kein Akt der Gerechtigkeit, sondern eine Form der "Abwicklung" durch eine überseeische Fernsehgesellschaft, deren Vertreter der Bär ist.

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