Punkt eins

Die Löhne und die Preise

Volkswirtschaftliche Zusammenhänge im eigenen Geldbörsel.
Gäste: Univ. Prof.in Dr.in Susanne Pernicka, Universitätsprofessorin für Wirtschaftssoziologie, JKU Linz & Priv.-Doz. Dr. Klaus Weyerstrass, Senior Researcher, IHS Wien.
Moderation: Xaver Forthuber.
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Inmitten von Teuerung und Energiekrise hat diese Woche die Herbstlohnrunde begonnen. Die Metallergewerkschaft leitete die Verhandlungen mit einer Forderung nach 10,6 Prozent Lohn- und Gehaltssteigerung ein; "unvernünftig und überzogen" für die Arbeitgeber:innenseite, für die Gewerkschaft hingegen unbedingt notwendig, um "Reallohnverluste abzuwenden".

Zuvor hatte der Gewerkschaftsbund österreichweit zu Kundgebungen gegen die Teuerung mobilisiert. Angesichts steigender Mieten, Lebensmittelpreise und Heizkosten fragen sich derzeit viele Menschen, wie sich das noch ausgehen soll; vor allem auch im Verhältnis zu dem, was sie an Lohn, Gehalt oder Pension bekommen.

Was hier im eigenen Geldbörsel - mitunter existentiell - spürbar wird, sind komplexe ökonomische Zusammenhänge, über die auch in der Wirtschaftswissenschaft heftig diskutiert wird. Gibt es etwa wirklich eine so genannte Lohn-Preis-Spirale - also den Effekt, dass zu stark steigende Löhne die Unternehmen zwingen, die Verbraucherpreise noch weiter zu erhöhen? Oder sind die laufenden Preiserhöhungen eigentlich schon jetzt ungerechtfertigt, wie andere meinen?

Mit den großen wirtschaftlichen Zyklen zwischen Inflation, Arbeitsmarkt, Produktion, Einkommen, Angebot und Nachfrage beschäftigt sich der Ökonom Klaus Weyerstraß, Sprecher für Internationale Konjunktur und Außenwirtschaft am Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien. Die Aussagekraft von Warenkörben zur Feststellung der Inflation, die internationalen Geldflüsse speziell im Energiesektor oder die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Kaufkraftverlust sind einige der Faktoren, die seiner Ansicht nach in der aktuellen Situation eine besondere Betrachtung verdienen.

Ebenfalls eine makroökonomische Perspektive nimmt die Wirtschaftssoziologin Susanne Pernicka ein, wenn sie den Prozess der "Lohnfindung" untersucht - also wie wir über Einkommen verhandeln, insbesondere im österreichischen "sozialpartnerschaftlichen" Modell, und was dabei warum schließlich als angemessen empfunden wird. Das von ihr herausgegebene Buch "Sozialpartnerschaftliche Handlungsfelder" ist soeben im Springer Verlag erschienen.

Reden Sie mit Xaver Forthuber und seinen Gästen über individuelle und kollektive wirtschaftliche Perspektiven in Krisenzeiten: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Patti Smith & Lenny Kaye
Titel: Free Money (davon 4 Sek unterlegt)
Ausführende: Patti Smith
Länge: 03:28 min
Label: Arista

Komponist/Komponistin: Joe Zawinul
Titel: Money In the Pocket (davon 6 Sek unterlegt)
Ausführende: Joe Zawinul
Länge: 02:49 min
Label: Atlantic

Komponist/Komponistin: The Caravans
Titel: Money Changes Everything (davon 11 Sek unterlegt)
Ausführende: The Caravans
Länge: 02:21 min
Label: Raucous Records

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