Ignaz Seipel

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Logos

Ignaz Seipel, Priester und Bundeskanzler

Neue Einblicke in den "politischen Katholizismus" der Zwischenkriegszeit, der zumindest indirekt bis tief in die Zweite Republik hinein fortgewirkt hat

Michael Paulitsch als Abgeordneter zum Nationalrat, Johann Nepomuk Hauser als Landeshauptmann von Oberösterreich oder Prälat Ignaz Seipel als Bundeskanzler: In der Ersten Republik waren römisch-katholische Priester auf allen Ebenen in unterschiedlichen Funktionen als Politiker tätig. Was heute unvorstellbar erscheint, war damals eine Selbstverständlichkeit - mit fatalen Auswirkungen für die Kirche und die Politik.

Vor 100 Jahren - vom Mai 1922 bis November 1924 - war Ignaz Seipel zum ersten Mal Bundeskanzler. Nach einer kurzen Unterbrechung stand er dann noch einmal von 1926 bis 1929 an der Spitze der österreichischen Bundesregierung. Von 1921 bis 1930 war er auch Obmann der christlich-sozialen Partei (der Vorgängerin der ÖVP). An der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz werden jetzt Seipels umfangreiche Tagebücher für die Veröffentlichung wissenschaftlich aufgearbeitet. Sie eröffnen neue Einblicke in den "politischen Katholizismus" der Zwischenkriegszeit, der zumindest indirekt bis tief in die Zweite Republik hinein fortgewirkt hat.

Die Reihe "Logos" beleuchtet aus diesem Anlass eine der prägenden Persönlichkeiten in der Ersten Republik - und geht der Frage nach, ob der lange Schatten des Prälaten im Kanzleramt auch heute noch erkennbar ist.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter