Lachgas als Partydroge: Mann atmet Gas aus Luftballon ein

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Lachgas, Körperspenden

Der schnelle Rausch aus dem Luftballon - Lachgas als Partydroge +++ Körperspenden für den Seziersaal - Sind Leichenteile für Ausbildung und Forschung noch wichtig?

1. Wenn Sie bei einem großen Online-Händler nach Sahnekapseln suchen, so werden Ihnen als Kaufempfehlung dazu auch Luftballons vorgeschlagen. Der Grund? Immer mehr Menschen in Europa konsumieren Lachgas als Droge. N?O = Distickstoffmonoxid ist unter anderem in den kleinen Kapseln enthalten, die eigentlich für die Herstellung von Schlagobers verwendet werden, und wird dann mithilfe von Luftballons zumeist im Party-Kontext für den schnellen Rausch inhaliert.

Dabei birgt der Konsum ernsthafte gesundheitliche Risiken, so Anton Luf. Er ist Laborleiter beim Wiener Kompetenzzentrum für Freizeitdrogen "checkit!" am Klinischen Institut für Labormedizin. Hannah Balber hat mit ihm sowie mit dem Berater Gerhard Jäger von der Drogenarbeit Z6 in Innsbruck gesprochen. Und mit zwei Anwendern. Übrigens trägt Distickstoffmonoxid - allerdings aus den stickstoffhaltigen Düngemittel in der Landwirtschaft - massiv zum Treibhauseffekt und somit zur Erderwärmung bei.

2. Dreidimensionale Wachsmodelle zur Ausbildung von Ärzten und Chirurgen gab es bereits im 18. Jahrhundert. Jetzt, im 3. Jahrtausend, sind die technischen Möglichkeiten, um anatomische Sachverhalte möglichst detailgenau darzustellen, weit fortgeschritten. Modelle aus dem 3-D Drucker, 3-D Simulation, VR-Brillen usw. Und dennoch ist das Sezieren von Leichenteilen weiter fixer Bestandteil des Medizinstudiums. Und auch 200 Jahre alte in Formalin eingelegte menschliche Präparate können weiter zum Erkenntnisgewinn beitragen.

Maria Harmer hat für ihren Beitrag die historische pathologisch-anatomische Sammlung im sogenannten "Narrenturm" sowie das Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Universität Wien besucht.

Redaktion: Dr. Christoph Leprich und Lydia Sprinzl, MA.

Service

Weitere Infos zum Beitrag über Lachgas:

Interviewte Personen:

Mag. pharm. Anton Luf,
Projektleiter "checkit!" am Klinischen Institut für Labormedizin
Kompetenzzentrum für Freizeitdrogen
Gumpendorfer Straße 8
1060 Wien
Tel.: +43 1 4000 53650
E-Mail
Homepage

Gerhard Jäger, MA
Dipl. Sozialpädagoge
Geschäftsführer und Berater bei der Drogenarbeit Z6 (MDA basecamp und Drogenberatung Z6)
Dreiheiligenstr. 9
6020 Innsbruck
Tel.: +43 680 3066075
E-Mail
Homepage

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht
Allgemeine Informationen zu Lachgas
Ärzteblatt: Lachgas als Droge auf dem Vormarsch
Neurologische Schäden durch Lachgasballons
Süddeutsche Zeitung: Wie gefährlich ist Lachgas als Droge?

Weitere Infos zum Beitrag über Körperspenden:

Interviewte Personen:

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang J. Weninger
Stellv. Leiter Zentrum für Anatomie und Zellbiologie
Medizinische Universität Wien
Schwarzspanier-Straße 17
1090 Wien
Tel.: +43 (0)1 40160-37560
E-Mail
Homepage

Eduard Winter
Sammlungsmanager/Kustos der Pathologisch-anatomischen Sammlung im Narrenturm
Spitalgasse 2
1090 Wien
Tel.: +43 1 521 77 605
E-Mail
Homepage

Info-Links:

MedUni Wien: Körperspenden an die Forschung
Informationen Körperspende
Süddeutsche Zeitung: Lehre ohne Leiche
Warum Theo seine Leiche der Anatomie überlässt

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