Frau hält sich Kopf

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Hörbilder

Krimi um das Chronische Fatigue-Syndrom

Post Covid ist ein Rätsel. Dabei ist das Syndrom gar nicht so neu. Schon 1955 wurde eine ähnliche Krankheit beschrieben, die nach viralen Infekten auftritt: das Chronische Fatigue-Syndrom, ME/CFS. Warum gibt es bis heute keine Therapien?

Wie Long Covid betrifft auch ME/CFS vor allem Frauen jungen und mittleren Alters. Sie treffen auf eine Medizin, die Forschung vor allem an Männern betreibt und die körperlichen Beschwerden von Frauen oft nicht ernst nimmt. Das Feature folgt Betroffenen sowie Ärztinnen und Ärzten in die Geschichte einer stigmatisierten Krankheit.

Das Chronisches Fatigue-Syndrom wird seit Jahrzehnten zu einer psychosomatischen Krankheit erklärt, die Forschung stagniert. Bis heute. In Deutschland gab es zum Beispiel bis 2020 keine öffentliche Förderung für die Erforschung von Therapien für ME/CFS, obwohl dort ca. 300.000 Menschen betroffen sind. Doch dann kommt die Corona-Pandemie. Betroffene von Post Covid und ME/CFS tun sich zusammen, um Forschung, Aufklärung und Versorgung zu fordern. Mit Erfolg.
Eine Sendung von Nicolas Morgenroth,
Übernahme WDR 2022

Service

ME/CFS in Österreich
Chronic Fatigue Syndrome oder Chronisches Erschöpfungssyndrom

Ca. 25.000 - 30.000 Betroffene (aufgrund einer anerkannten Prävalenzschätzung von 0,4% aus den USA)

Versorgung
Anders als in Deutschland, gibt es in Österreich keine ambulanten Anlaufstellen für ME/CFS-Betroffene. Auch stationäre Einrichtungen gibt es nicht. Die einzige Online-Beratungsstelle ist von der Patientenorganisation Österreichische Gesellschaft für ME/CFS. Die Versorgung übernehmen einige wenige Arztpraxen.

Patientenorganisation Österreich

An der Medizinischen Universität von Wien gibt es seit 2019 fünf Forschungsprojekte, gefördert durch die Ludwig Boltzmann Stiftung, einer anderen Privatstiftung und die Universität. Federführend ist Prof. DDr. Eva Untersmayr-Elsenhuber, Fachärztin für klinische Immunologie. Sie leitet auch das Forschungsprojekt CCCFS
Forschungsprojekt

Seit 2018 gibt es auch eine ME/CFS Forschungslinie an der FH Joanneum, geleitet von Francisco Westermeier, PhD
https://www.fh-joanneum.at/hochschule/person/francisco-westermeier/FH Joanneum
Tempi Stiftung

Ende 2021 hat die ÖGME/CFS eine Petition mit knapp 20.000 Unterschriften eingereicht. Sie fordern Information/Aufklärung, den Aufbau medizinischer Behandlungs- und Versorgungsstrukturen, die soziale Absicherung von Betroffenen und Forschungsförderung.
Homepage


Österreichische Gesellschaft für ME/CFS - ME/CFS Report Österreich 2021, herausgegeben von der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS

Ärztekammer Arztsuche

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