Wladimir Iljitsch Lenin, 1919

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Radiokolleg

Lenin - Flammenwerfer der Revolution (3)

Wladimir der Schreckliche

Die einen haben den Beamtensohn aus der russischen Provinz als visionären Kämpfer für die Rechte des Weltproletariats gefeiert, als einen, der an den "Schlaf der Welt" gerührt habe, wie es in einem Lied von Hanns Eisler heißt. Für die anderen war der Gründer der Sowjetunion nichts anderes als "Wladimir der Schreckliche", ein radikaler, kompromissloser Fanatiker, der für den Tod von Millionen Menschen mitverantwortlich war.

Bereits als junger Revolutionär hat Lenin keinen Zweifel daran gelassen, dass eine humane Gesellschaft in seinen Augen nur durch die Anwendung rücksichtsloser Gewalt zu erreichen sei. "Der Hang zur Terrorherrschaft war von Anfang an da", analysiert die Wiener Historikerin Verena Moritz. "Lenin hat schon früh proklamiert, dass die Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft, die ihm vorschwebte, nur mit brutaler Gewalt vonstattengehen kann."

Service

Radiokolleg-Podcast

Verena Moritz und Hannes Leidinger: "Lenin - Die Biographie - Eine Neubewertung", Residenz-Verlag, Salzburg, 656 Seiten

Victor Sebestyen: "Lenin - Ein Leben", aus dem Englischen von Henning Thies, Karin Schuler und Norbert Juraschitz, Rowohlt-Berlin, 736 Seiten

Slavoj Zizek: "Lenin heute", aus dem Englischen von Axel Walter, wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg), 268 Seiten

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