Sound Art: Zeit-Ton

Kompositorischer Blick auf vielfältige Themen

Zeit-Ton Porträt. Der Komponist Gerald Resch

Vielseitig interessiert war Gerald Resch seit Kindheit an: als Jugendlicher spielte er in seinem Mühlviertler Heimatort Lichtenberg die Kirchenorgel, später lernte er diverse weitere Instrumente, was ihm bei seiner Arbeit als Komponist zugute kommt. Einen weiten Erfahrungshorizont hat er sich auch in verschiedensten Musikgenres und Stilepochen zugelegt: von alter Musik bis Jazz reicht das breitgefächerte Spektrum seines Wissens. Seit März 2022 unterrichtet er nun als Professor für Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er bereits lange Jahre tätig ist, wie auch an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz.

Seine Offenheit für unterschiedliche Stilrichtungen fließt in seine Werke ein, wenn er etwa inhaltliche Bezüge verdeutlicht, wie in seinem Streichquartett Nr. 3 "attacca" (2019), das sich hörbar (und beauftragterweise) auf ein Beethoven Streichquartett bezieht und mit diesem gemeinsam auch aufgeführt werden kann und soll. Erst relativ spät wandte sich der 1975 in Linz geborene Komponist der Erarbeitung von Bühnenwerken zu, etwa mit seiner Familienoper "Gullivers Reise" (2016) und zuletzt "Hanni" auf den gleichnamigen Text von Franzobel über das harte Leben einer Bauersfrau rund um den Zweiten Weltkrieg. Gleich mehrere "Wanderopern" schrieb er für die Wiener Staatsoper. Deren Konzept sieht vor, unterschiedliche Räume im Haus zu bespielen und Bezüge zu einer beliebten Repertoire-Oper darin zu verarbeiten. Das setzte Resch in seiner "Entführung ins Zauberreich" nach dem bekannten "Serail"-Singspiel von Mozart um oder zuletzt mit "Das verfluchte Geisterschiff", frei nach Richard Wagner "Der fliegende Holländer".

Sein mittlerweile umfangreiches Schaffen deckt ein breites instrumentales Repertoire ab. Demnächst wird er Artist in Residence beim Kremser Osterfestival "Imago Dei" und bei der Langenloiser "Loisiarte" sein. Bei letzterer werden mehrere seiner Kompositionen in Konzerten mit Musik von Maurice Ravel und Franz Schubert präsentiert. Eine Kombination, die er selbst vorgeschlagen hat, weil er sich deren Werken besonders nahe fühlt. Resch hält fest, dass er mit seiner Musik "prägnant und überraschend sein" wolle und "Überlagerungen, Verzweigungen und Perspektivenwechsel" mag. Eines seiner Stücke hat die Satzüberschriften "Genauigkeit, Leichtigkeit, Anschaulichkeit, Vielschichtigkeit und Schnelligkeit". Und diese Begriffe empfindet Gerald Resch als durchaus passend, um die Ästhetik seines kompositorischen Schaffens zu beschreiben.

Service

Gerald Resch
Imago Dei
Loisiarte 2024

Sendereihe

Gestaltung

  • Marie-Therese Rudolph