Mädchen mit Blumen schaut in ein Zimmer, 1966

AP

Betrifft: Geschichte

Der zweite Sonntag im Mai

Muttertag
Mit: Gabriella Hauch, Institut für Geschichte, Universität Wien
Gestaltung: Barbara Volfing

Das Muttersein wird jährlich am zweiten Sonntag im Mai zelebriert. Zumindest in westlichen Ländern, denn dann ist Muttertag. Großbritannien begeht diesen Ehrentag schon früher, am vierten Sonntag in der Fastenzeit. Die Ursprünge des Muttertags, so wie er heute gefeiert wird, finden sich im Jahr 1907. Die US-amerikanische Methodistin Anna Jarvis startet eine Initiative, um diesen Feiertag offiziell einzuführen und wendet sich erfolgreich an Frauenvereine, aber auch an Personen aus Politik, Wirtschaft und Religion. Im Jahr 1914 wird auf Erlass des US-Kongresses der Muttertag in den USA zum nationalen Feiertag. Von den USA aus erreicht der Muttertag Europa. Staaten wie die Schweiz, Großbritannien, Finnland oder Deutschland übernehmen den Ehrentag. In Österreich wird der Muttertag auf Anregung von Marianne Hainisch, der Begründerin der österreichischen Frauenbewegung, erstmals 1924 begangen. Im Zuge des Nationalsozialismus wird die Mutter zur Heldin des Volkes stilisiert und der Muttertag stark politisiert. Ein Aspekt, der bis heute die Kritik an diesem Tag begleitet. Die zunehmend dominierende Kommerzialisierung des Muttertags ist ebenfalls kein neues Phänomen und setzt bereits in den Anfängen des Feiertages ein.

Diese Reihe nimmt den Muttertag 2024 zum Anlass, die Geschichte und die soziale, politische und ökonomische Bedeutung dieses Tages im Wandel der Zeit zu betrachten.

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