
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Im Fokus - Religion und Ethik
Dämonen und Teufel
Aktuell im Fokus: Maha Kumbh Mela - größtes religiöses Fest der Welt geht zu Ende +++ Thema im Fokus: Dämonen und Teufel - Besessen in Österreich +++ Serie: Wer hat an der Uhr gedreht? - Zyklische und "zeitlose" Zeit +++ Wer hat an der Uhr gedreht? - Der Französische Revolutionskalender, eine politische Zeitrechnung +++ Moderation: Judith Fürst
26. Februar 2025, 16:05
1. Aktuell im Fokus: Maha Kumbh Mela - größtes religiöses Fest der Welt geht zu Ende
Am 26. Februar endet eines der größten und bedeutendsten religiösen Feste der Welt: das Hindu-Fest Kumbh Mela. Rund 400 Millionen Menschen sind zusammengekommen, um ein Bad in einer heiligen Flusskreuzung im Norden Indiens zu nehmen. Sie alle wollen im Wasser des Ganges untertauchen, um so dem Kreislauf der Wiedergeburt zu entkommen und der Erlösung, dem Nirwana, ein Stück näher zu kommen.
ORF-Journalistin Gundi Lamprecht war mit ihrem Kamerateam zwei Wochen lang mitten im Geschehen und hat die Ereignisse rund um das Pilgerfest verfolgt. Dazu hat auch eine Massenpanik gehört, die das ORF-Team am Rande mitbekommen hat. Als Studiogast bei "Im Fokus" erzählt sie Alexandra Mantler ihre Eindrücke vom größten religiösen Fest der Welt, von den Arbeitsbedingungen einer Journalistin vor Ort, von nächtlichen Bootsfahrten und nackten Heiligen.
Programmhinweis: Über die Maha Kumbh Mela wird auch in den TV-Formaten des ORF berichtet, u.a. in "Orientierung" am 9.3. und in "Religionen der Welt" am 15.3., jeweils in ORF2.
2. Thema im Fokus: Dämonen und Teufel - Besessen in Österreich
Verrissene Gliedmaßen, gehässige Grinser und tiefe Stimmen, so zeichnet die Hollywood-Filmindustrie seit Jahrzehnten Bilder von Menschen, die angeblich vom Teufel oder von Dämonen besessen sind. Die rituelle Austreibung von Dämonen aus (vermeintlich) vom Teufel besessenen Menschen hat in Österreich eine lange Geschichte. Spätestens in der Zeit der Aufklärung gerieten die Anhänger und Anhängerinnen des Teufels- und Dämonenglaubens in die Defensive. Dennoch hielt die römisch-katholische Kirche an der realen Existenz "gefallener Engel" und "böser Geister" fest. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand ein Standard-Lehrbuch für die rituelle Austreibung eines Dämons. Von Seiten des Vatikans gibt es konkrete Richtlinien, unter welchen Umständen ein Exorzismus durchgeführt werden kann. In Österreich wird die Praxis des Exorzismus als Teil des Seelsorgeangebots der Kirche angesehen. Oftmals beinhaltet sie auch die Zusammenarbeit mit Psychiater:innen. Esoterik-Boom und der wachsende Einfluss charismatischer Gruppen führen zur Zunahme von "Teufelsaustreibungen" - in christlichen wie in nicht-christlichen Gemeinschaften.
"Im Fokus" hat in der österreichischen Geschichte der Besessenheit gegraben und sich umgehört, was heute passiert, wenn Menschen glauben, von Dämonen besessen zu sein. Wie läuft ein Exorzismus heutzutage ab und wie viel hat die Darstellung in Filmen mit der Realität zu tun? - Gestaltung: Amelie Sztatecsny
3. Serie: Wer hat an der Uhr gedreht? - Zyklische und "zeitlose" Zeit
Weit verbreitet ist ein lineares Zeitverständnis - mit einem klaren Anfang und einem Ende. Auch die abrahamitischen Religionen folgen einem linearen Zeitkonzept. Wie man Zeit auch anders verstehen kann und was das mit dem Mindset der Menschen macht, hat Nina Goldmann am Beispiel der zyklischen Vorstellungen in den Hindu-Traditionen und anhand des Konzepts der Traumzeit bei indigenen Gruppen in Australien ausfindig gemacht.
4. Wer hat an der Uhr gedreht? - Der Französische Revolutionskalender, eine politische Zeitrechnung
Manchmal hört man sie noch, die Feststellung: "Ach, das war noch vor Corona." Mit einschneidenden Ereignissen beginnt oft ganz automatisch eine neue Zeitrechnung.
In einer christlich geprägten Gesellschaft ist es daher fast selbstverständlich, dass die Jahre auch ganz offiziell von "Christi Geburt" an gezählt werden. Weniger selbstverständlich ist, dass sich diese Zeitrechnung bis heute behaupten konnte. In der Französischen Revolution sollte der christliche Kalender ersetzt werden - mit einem neuen Jahr 1, neuen Monaten und einer "Dekade" anstatt der Sieben-Tage-Woche. Doch dieser Versuch ging gründlich schief. Ein Beitrag von Markus Veinfurter.
Sendereihe
Gestaltung
- Judith Fürst