Radiogeschichten

"Tiny House", Roman von Mario Wurmitzer.
Es liest Rafael Schuchter.

Mario Wurmitzer nimmt in seinen Romanen das neoliberale Selbstoptimierungsgebot inklusive pseudoreligiöser Coachingprosa wörtlich und entwickelt Figuren, die diese Wörtlichkeit in eine Lebenspraxis umzusetzen versuchen. Diese Unterwerfung unter das Gesetz des Profits kann zu keinem individuellen Glück führen. Dieses Scheitern zeigt Mario Wurmitzer in seinen parabelhaften Texten in aller Unerbittlichkeit, aber auch in aller Lächerlichkeit. Die eingeforderte Arbeit des Einzelnen an sich selbst wird aus der Sicht der Wachstums- und Optimierungsideologen nie ausreichen, weshalb immer auch ein Mehr an Leistung eingefordert wird, bis der Einzelne reif ist für die Burnout-Therapie. Dass darüber nicht nur tragisch, sondern auch witzig erzählt werden kann, zeigt sein neuer Roman "Tiny House". Er handelt von Emil, der in einem Tiny House am Rande einer Musterhaussiedlung lebt. Sein Wohnerlebnis wird per Livestream übertragen. Mario Wurmitzer erzählt eine Geschichte über die Suche nach dem ganz besonderen Glück, Einsamkeit im digitalen Zeitalter, Erinnerungslücken und nicht zuletzt Vernetzungstreffen von Rechtsextremen.

Service

Mario Wurmitzer, "Tiny House", Roman, Aufbau Verlag

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann

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