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Betrifft: Geschichte
Station ins Ungewisse
Österreich als Knotenpunkt für Flucht, Vertreibung und Neuanfang
mit: Andreas Weigl, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler am Wiener Stadt- und Landesarchiv
26. Mai 2025, 15:55
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht Österreich vor einer humanitären Katastrophe. Mehr als eineinhalb Millionen Menschen suchen Schutz in einem vom Krieg gezeichneten Land. Unter ihnen befinden sich ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Vertriebene wie die sogenannten Volksdeutschen aus Osteuropa. Sie stoßen trotz kultureller Nähe auf Ablehnung. Zerstörte Infrastruktur, Energie- und Lebensmittelknappheit stellen die Versorgung in den Bundesländern und auch in Wien vor ungeahnte Herausforderungen. Gleichzeitig verlassen auch Österreicher und Österreicherinnen das Land. Sie begeben sich auf die Suche nach Sicherheit und Arbeit ins Ausland, oder versuchen einer strafrechtlichen Verfolgung im Zuge der Entnazifizierung zu entgehen. Diese Bewegungen machen Österreich zu einer Drehscheibe zwischen Exodus und Aufnahme, zwischen Verzweiflung und Neuanfang. Damit wird der Wiederaufbau einer kriegszerstörten Gesellschaft nicht nur zu einer wirtschaftlichen, sondern auch zu einer gesellschaftlichen Herausforderung.
Andreas Weigl schildert die prekäre Situation im Nachkriegsösterreich und geht der Frage nach, wie das von Mangel, Wohnungsnot und politischer Unsicherheit gezeichnete Österreich diese Situation bewältigt hat.
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- Barbara Volfing