Radiokolleg
100 Songs: Geschichte wird gemacht (2)
Celia Cruz - Quimbara (USA, 1974)
7. Oktober 2025, 09:45
"Salsa existiert nicht", pflegte die Königin des Salsa selbst zu sagen. Sie würde nur kubaniche Musik spielen wie sie schon die kubanische Band Sonora Matancera gespielt hatte, also Guarachas, Boleros, und so weiter. Aber Celia Cruz wurde als Königin des Salsa bekannt. Und kubanische Musik wurde in New York transformiert. Dort lebten bereits hunderttausende Menschen aus Puerto Rico, denen ab 1959 - ausgelöst durch eine Linke Revolution - zehntausende Menschen aus Kuba folgten. Für sie war Salsa eine Verbindung zwischen der alten, vorindustriellen Heimat und der modernen, teils dystopischen Großstadt, wie auch ein Weg, um sich in ihrer karibischen Identität zu bestärken, für die sie in New York oft verspottet werden. Für manche Kubaner:innen wiederum war Salsa eine neue Form des Imperialismus, weil Menschen im Herzen des US-Imperiums nun auch die Musik in ärmeren Ländern ausbeuten. Sie transformierten den karibischen Sound mit dem Klang einer Posaune zu etwas, das als 'Salsa' weltweit bekannt wurde. Und während das Label Fania auf Stolz und ökonomische Selbstbestimmung setzte, kämpften die Young Lords für die politischen Rechte von Latinos und Latinas.
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- Stefan Niederwieser