Lesya Ukrainka

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Radiogeschichten

Vom Meer gerufen

"Am Meer". Von Lesja Ukrajinka. Aus dem Ukrainischen übersetzt von Maria Weissenböck. Es liest Gerti Drassl (Ausschnitt).

Sie wurde 1871 als Laryssa Kossatsch in Wolhynien im damaligen Russischen Kaiserreich geboren und legte als 13-Jährige selbstbewusst ihren Geburtsnamen ab. Seither nannte sie sich Lesja Ukrajinka, "Lesja, die Ukrainerin".

Lesja Ukrajinka kam aus einer aristokratischen Familie, ihr Vater Petro Kossatsch war Anwalt und Pädagoge, ihre Mutter Olena Ptschilka eine feministisch orientierte Schriftstellerin und ihr Großvater Petro Drahomanow war Dichter und Übersetzer.

Sie sprach neun Sprachen, und ihre literarischen Werke schrieb die Schriftstellerin und Übersetzerin bewusst in ukrainischer Sprache, die Ende des 19. Jahrhunderts als Publikationssprache per Zarendekret im russischen Reich verboten war. Bereits im Alter von zwölf Jahren erhielt sie die Diagnose Knochentuberkulose, Kuraufenthalte führten sie nach Europa, nach Ägypten, auf die Krym. Mit ihren Gedichten und Theaterstücken ("Das Waldlied") war Lesja Ukrajinka bekannt geworden, aber auch ihre Erzählungen weisen die Feministin als eine bedeutende Autorin der europäischen Frühmoderne aus. Sie starb 1913 im Alter von 42 Jahren.

In ihren Erzählungen, die erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen, gibt die Autorin mit genauem psychologischem Blick und in moderner Sprache Einblicke in weibliche Lebenswelten des Fin-de-Siècle. Schauplatz der Erzählung "Am Meer" ist Jalta auf der Krym, dort, wo "feine Leute" ihre Sommerfrische verbringen. Die namenlose Ich-Erzählerin sucht Ruhe und Einsamkeit ...

Service

Lesja Ukrajinka, "Am Meer", Erzählungen, hrsg. und mit einem Vorwort von Tanja Maljartschuk, aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck, Wallstein Verlag 2025 (Ukrainische Bibliothek)

Sendereihe

Gestaltung

  • Stefanie Zussner

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