Vorgestellt
Das Miró Quartet spielt Alberto Ginastera
Argentinien, zu viert erkundet: Von den Gauchos in den Pampas bis zur klassischen Wiener Moderne reichen die musikalischen Einflüsse, die Alberto Ginastera in seinen drei Streichquartetten verarbeitet. Das Miró Quartet und die Sopranistin Kiera Duffy sind dabei famose Reiseführer
16. Jänner 2026, 11:30
"Komponieren bedeutet meiner Ansicht nach, eine Architektur zu schaffen ... In der Musik entsteht diese Architektur in der Zeit ... Wenn Zeit vergangen ist, wenn das Werk sich entwickelt hat, bleibt im Geist ein Gefühl innerer Vollkommenheit zurück. Erst dann kann man sagen, dass dem Komponisten die Schöpfung jener Architektur gelungen ist." Der Argentinier Alberto Ginastera, geboren 1916 in Buenos Aires und gestorben 1983 in Genf, gilt nicht von Ungefähr neben dem Brasilianer Heitor Villa-Lobos als der vielleicht bedeutendste und originellste Komponist Südamerikas im 20. Jahrhundert.
Ginastera selbst nahm an seinem Schaffen drei Perioden wahr, die er selbst mit den Schlagworten "Objektiver" und "Subjektiver Nationalismus" sowie "Neo-Expressionismus" charakterisierte. Stand dabei die Volksmusik seiner Heimat zunächst auf unmittelbare Weise im Zentrum, baute Ginastera diese Elemente später in zunehmend verwandelter Form in seine Tonsprache ein, indem er sich Strategien von Béla Bartók und Manuel de Falla zu eigen machte.
Diese drei Perioden lassen sich anhand von Ginasteras drei Streichquartetten gut nachvollziehen. Das in Austin im US-Bundesstaat Texas beheimatete Miró Quartet, erst unlängst mit der Weihnachts-CD "Hearth" in Vorgestellt präsent, sowie die Sopranistin Kiera Duffy, die im 3. Quartett op. 40 hinzutritt, haben sie zusammen neu aufgenommen: Mit Urwüchsigkeit und Farbenpracht, Raffinement und Ausdruckskraft plädieren sie für diese schillernden Werke.
Service
Aktuelle Aufnahme:
"Ginastera: String Quartets"
Ausführende: Miró Quartet, Kiera Duffy (Sopran)
Label: Pentatone
Sendereihe
Gestaltung
- Walter Weidringer
