Häuser in Stonetown, Sansibar City, Sansibar, Tansania, Afrika

APA-IMAGES/LOOKPHOTOS/FRANZ MARC FREI

Ambiente - von der Kunst des Reisens

Sansibar - Geschichte & Geschichten

Gewürzinsel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste nahe am Äquator

Gewürzinsel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste nahe am Äquator
Der Name Sansibar ist allgemein bekannt. Tatsächlich handelt es sich um einen Archipel, der von zwei großen und einigen kleinen Inseln gebildet wird. Vom überbordenden Massentourismus ist diese Inselwelt bisher verschont geblieben. Dem Individualtouristen bietet sich eine Fülle von interessanten Zielen an.

Die Hauptstadt "Stonetown" wurde im Jahre 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Im Gassenlabyrinth - für Autos gibt es keinen Platz - kann man der arabisch dominierten Geschichte nachspüren, Sansibar wurde Jahrhunderte lang vom Oman regiert. Die Insel war das wirtschaftliche Zentrum im Handel zwischen Afrika und Asien. Im 19. Jahrhundert war die Hauptinsel Unguja Ausgangspunkt für Entdeckungsreisende aus Europa auf dem Weg ins Innere von Afrika. Auch Österreich Ungarn war mit Expeditionen dabei, das Gebäude des KuK Konsulats steht heute noch.

Das Nebeneinander von Moscheen, verschiedenen christlichen Kirchen und einigen Hindutempeln spiegelt die Buntheit der städtischen Bevölkerung wider. Konflikte scheint es nicht zu geben. Auf den Ruf des Muezzins folgen Kirchenglocken, dazwischen zarte Glöckchen für die Hindus. Auf dem ehemaligen Sklavenmarkt steht heute eine Kirche, in den unterirdischen Räumen und in einem angegliederten Museum wird an das grauenvolle Schicksal unzähliger Menschen erinnert, die von hier aus als Sklaven in die ganze Welt verschleppt wurden.

Ein besonders authentisches Erlebnis bietet der Darajani-Markt von Stone Town, geprägt von arabischer Atmosphäre und orientalischem Flair. Im dichten Gedränge werden Obst, Gemüse, Gewürze, Fleisch angeboten. Lautstark wird in einer der Hallen frisch gefangener Fisch versteigert. Wer hierherkommt, taucht ein in den Alltag der Sansibaris - Farben, Klänge, Gerüche, das volle Leben. Unweit davon befinden sich Tischlereien und andere Werkstätten wo mit dem Wissen um die alten Techniken Haustore, Fenster und Möbel hergestellt werden. Durch die Denkmalschutzauflagen für das UNESCO Weltkulturerbe müssen sämtliche Restaurierungsarbeiten originalgetreu durchgeführt werden. Am Hafen von Stone Town liegt der Forodanipark mit einer gastronomischen Attraktion. Pünktlich um sechs am Abend startet hier ein Street Food Markt von unglaublicher Größe und Qualität. Direkt vor den Augen der Besucher wird auf Bestellung gegrillt. Nach lokaler Tradition gibt es dazu frisch gepresste Obstsäfte, besonders hervorzuheben, Saft von Zuckerrohr.

Nicht weit von der Stadt kann man auf einer "Spice Tour" die Gewürzfarmen besuchen, wo Pfeffer, Nelken, Vanille, Muskatnuss, Zimt, Kardamom und lokale Spezialitäten angebaut werden. Natürlich lockt bei einem Sansibarbesuch auch das Meer, der Indische Ozean. An der südlichen Ostküste von Sansibar finden Individualtouristen in kleinen Hotels Ruhe und Entspannung. Eine Dhow mit ihren dreieckigen Lateinersegeln bringt Erlebnissuchende zur Riffkante, wo der Indische Ozean mit seiner bunten Fischwelt jedem Schwimmtüchtigen auf einer einfachen Schnorcheltour offenbart wird. Lokale Initiativen stellen sich hier den Herausforderungen durch den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Küstenregion. Die Zucht von Badeschwämmen schont die natürlichen Bestände und sichert vor allem Frauen ein sicheres Einkommen aus dem Verkauf an Touristen, die hier in kleinen Hotels ihre Unterkunft finden. Oft werden diese von Einheimischen selbst geführt. Beim Kontakt mit der lokalen Bevölkerung auf Sansibar stellt man immer wieder fest, dass Toleranz und ein gemäßigter Islam den Alltag prägen.

Gestaltung: Gerald Navara, Redaktion: Ursula Burkert, Sprecher: Till Firit u.a.

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