Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
Dirigent Jordan: "Völlig absurder Beruf"
"Wir machen die Musik nicht, und trotzdem liegt alles in unseren Händen," sagt der 51-jährige Dirigent Philippe Jordan über seine Zunft.
25. Jänner 2026, 11:38
Zuletzt lagen von 2020 bis 2025 die musikalischen Geschicke der Wiener Staatsoper in seinen Händen, davor war Jordan Chefdirigent der Wiener Symphoniker, und schon sein erster Chefposten hatte den damals 28jährigen an die Grazer Oper geführt. Für die lange, innige musikalische Beziehung zu Österreich wurde Jordan Anfang Jänner mit dem Großen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Vorerst wird er dem Opernbetrieb den Rücken kehren, auch weil er in eine falsche Richtung gehe, so der Dirigent, der ab 2027 die Leitung des Orchestre National de France übernimmt. Die Zeit bis dahin füllt Jordan mit ausgewählten Gastengagements, demnächst etwa in Seoul und Tokio, mit intensivem Klavierüben und, wie im Gespräch mit Judith Hoffman, Nachdenken über die Absurditäten seines Berufs.
